Corona-Zahlen steigen - Experte: "Wir müssen zurück in den Lockdown"

Jens Spahn in der Bundespressekonferenz | AFP

"Die steigenden Fallzahlen können bedeuten, dass wir in den kommenden Wochen keine weiteren Öffnungsschritte vornehmen können". Ich verstehe die Sehnsucht nach schnellen Lösungen. Die gibt es aber nicht", sagte Spahn und unterstrich: "Wir sind in der dritten Welle, die Zahlen steigen, der Anteil der Mutationen ist groß.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass sich das Infektionsgeschehen stets verzögert in den Todeszahlen niederschlägt, weil zwischen Nachweis der Infektion und dem Tod häufig mehrere Wochen liegen. "Erst dann können wir auch über breitere Öffnungen der Gesellschaft reden. Wir werden also noch einen langen Atem brauchen". So sei auch Deutschland von den Lieferproblemen von Astrazeneca betroffen. "Das sind zwei bis drei Millionen Dosen weniger, als wir eigentlich erwartet hatten". Zudem sehen Experten inzwischen aber auch einen Impfeffekt: Viele der Senioren, die besonders anfällig für schwere Covid-19-Verläufe sind, sind inzwischen geimpft und damit weitgehend geschützt. "Ich hätte nichts dagegen, wenn wir damit früher beginnen könnten".

Epidemiologe Karl Lauterbach forderte einen strikten Lockdown angesichts der Zahlen: "Man kann es drehen und wenden wie man will, wir müssen zurück in den Lockdown". "Je früher man reagiert, desto kürzer ist er".

Am Donnerstag hatte die Zahl deutschlandweit binnen sieben Tagen gemeldeter Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner noch bei 90, am Mittwoch bei 86,2 gelegen.

Er appelliert an die Menschen, ihre Kontakte zu reduzieren und sich an die Hygieneregeln zu halten.

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