Corona - Regierung prüft Unterbindung von Urlaubsreisen ins Ausland

Zuvor hatte eine Sprecherin der Bundesregierung gesagt, es werde geprüft, ob Reisen in beliebte ausländische Urlaubsgebiete wegen der Entwicklung der Pandemie vorübergehend unterbunden werden könnten.

Die Sozialdemokraten im Bundestag lehnen ein generelles Verbot von Urlaubsreisen ins Ausland ab. "Das wird jetzt von den zuständigen Ressorts überprüft". Es bestünden aber "große verfassungsrechtliche Hürden", fügte sie einschränkend hinzu. Hintergrund ist der vorübergehende Buchungsboom für Mallorca. Damit wurde auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts aufgehoben. Der Schritt erfolgte, weil die Zahl der Neuinfektionen dort unter 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gesunken war.

Mehrere Ministerpräsidenten haben die möglichen Mallorca-Reisen heute erneut scharf kritisiert: Wie solle er jemandem erklären, er dürfe nach Mallorca reisen, aber nicht in ein Ferienhaus an der Ostsee, so Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

Bereits beim Bund-Länder-Treffen am Montag war Mallorca ein heftiges Streitthema. Der Prüfauftrag der Bundesregierung geht nun darüber hinaus. Details der Prüfung nannte Regierungssprecherin Demmer nicht. Es sei nicht akzeptabel, "dass einige in die Welt hineinreisen, wenn wir hierzulande solche Beschränkungen haben". "Es sind viele Fehler gemacht worden, aber dieser Fehler hat - was das Verständnis für die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung betrifft - richtig reingeschlagen". "Mallorca wird als Viren-Inkubator in die Geschichte eingehen".

Das Robert Koch-Institut hatte Mallorca vor einer Woche wegen stark gesunkener Infektionszahlen von der Liste der Risikogebiete gestrichen.

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