Corona-Pandemie - Kommt jetzt der harte Lockdown?

Tische und Stühle stehen vor einem geschlossenen Restaurant in der Innenstadt Münchens

Kanzleramtschef Helge Braun sprach sich ebenfalls für ein härteres Vorgehen aus. Es sei zwingend notwendig, die steigenden Corona-Zahlen wieder nach unten zu bringen. In Mecklenburg-Vorpommern wurden die Corona-Maßnahmen jedoch teilweise verschärft. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 sind künftig nächtliche Ausgangsbeschränkungen möglich. "Wenn jetzt parallel zum Impfen die Infektionszahlen wieder rasant steigen, wächst die Gefahr, dass die nächste Virus-Mutation immun wird gegen den Impfstoff".

Ähnliche Forderungen wurden aus SPD-Kreisen laut. Die Forderungen werden lauter. Neben der Ausgangsbeschränkung brauche es eine Testpflicht für Unternehmen und schnellere Erstimpfungen. Ein erneuter Bund-Länder-Gipfel sei deswegen schon bald nötig. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) stellte für Anfang der Woche weitere Gespräche zwischen Bund und Ländern über einen harten Lockdown in Aussicht. Bei den Gesprächen am Montag und Dienstag müsse man "zu Klarheit kommen". Ob der Termin tatsächlich nach vorne gezogen werde, bestätigte der er jedoch vorerst nicht. "Erstmal überlegen wir alle solche Sachen", sagte Kretschmann am Samstagabend in Stuttgart.

Berlin Nur wenige Tage nach der letzten Bund-Länder-Schalte werden nicht nur Rufe nach einem scharfen Lockdown lauter - sondern auch nach einem neuen Corona-Gipfel.

"Wir müssen deutlich unter 100 000 Toten bleiben", sagte der Corona-Berater der Bundesregierung im "Tagesspiegel". Man sehe jedoch, dass die Zahlen nach oben rasen, erklärte er weiter. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Samstag: "Wenn wir die Zahlen nehmen, auch die Entwicklungen heute, brauchen wir eigentlich noch mal 10, 14 Tage mindestens richtiges Runterfahren unserer Kontakte, unserer Mobilität". Allerdings müsse man genau abwägen, ob es sinnvoll und machbar sei, alles zuzumachen. Er forderte unter anderem regionale Ausgangsbeschränkungen. "Die Corona-Lage spitzt sich zu, einige Länder haben den Ernst der Lage leider noch nicht verstanden", so der CSU-Chef.

Der Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf sprach sich in der "Bild am Sonntag" klar für einen harten Lockdown aus. Der "Bild am Sonntag" sagte er, es müsse endlich aufhören, dass jede Kommune ihren eigenen Sonderweg gehen könne. Wolf kritisierte in diesem Zusammenhang die Ministerpräsidenten-Runde deutlich: "Ihre Beschlüsse gehen seit Monaten völlig an den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen und Betriebe vorbei".

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