Brasilien - Top-Minister kehren Regierung Bolsonaro den Rücken

Brasiliens Präsident Bolsonaro

Wie das Kommunikationsministerium in Brasilia mitteilte, wurden unter anderem der Außenminister und der Verteidigungsminister ausgewechselt.

Die Regierung des rechtsradikalen Präsidenten steht angesichts der in die Höhe schnellenden Corona-Infektionszahlen und zahlreicher Patienten mit schweren Krankheitsverläufen zunehmend unter Druck.

Araújos Rücktritt kam für politische Beobachter wenig überraschend - im Gegensatz zum Wechsel im Verteidigungsministerium: Der bisherige Ressortchef Fernando Azevedo e Silva erklärte, er habe Bolsonaro stets loyal gedient und die Streitkräfte als staatliche Institution bewahrt.

Nach diversen Rücktritten musste Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro sein Kabinett neu aufstellen. Anders als Bolsonaro galt Azevedo e Silva als diskret und bedacht. "Ich gehe mit dieser Gewissheit: Auftrag erfüllt", betonte der 67 Jahre alte General der Reserve. Er brach mit der von der brasilianischen Diplomatie gepflegten Tradition des Multilateralismus und zog mit Äußerungen zur "Klimawandel-Ideologie" oder zur "Gender-Ideologie" viel Kritik auf sich. "Globalisten" warf er vor, die Corona-Pandemie als Vorwand zu nutzen, um weltweit die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse unter ihre Kontrolle zu bringen. Bolsonaro hatte erst Mitte März zum wiederholten Male den Gesundheitsminister über Differenzen im Umgang mit dem Virus ausgetauscht. Der Präsident spielt seit Beginn der Pandemie die Gefahren in dem schwer von dem Virus getroffenen Land herunter. In keinem Land sterben derzeit täglich so viele Menschen an den Folgen von Covid-19 wie in Brasilien.

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