Frankreich weitet Lockdown auf das gesamte Land aus

Frankreichs Präsident Macron bei seiner Fernsehansprache | REUTERS

Zuletzt hatte Macron am 27. November eine Fernsehansprache zur Coronakrise gehalten. Er betont zugleich, dass es in Frankreich gelungen sei, die Schulen in der Pandemie länger offenzuhalten als viele Nachbarländer. Dies kündigte Präsident Emmanuel Macron am Mittwochabend in einer Fernsehansprache an. Der landesweite Lockdown solle mindestens für vier Wochen aufrechterhalten werden. Frankreich schließt auch die Schulen im ganzen Land für drei Wochen, wie Macron ankündigte. Es ist das erste Mal im laufenden Schuljahr, dass in Frankreich die Schulen wegen Corona geschlossen werden. Danach hielt Macron daran fest, diese so lange wie möglich offen zu halten.

Im gesamten Land gelten vom Wochenende an auch Bewegungseinschränkungen - so dürfen sich die Menschen etwa für Spaziergänge oder Sport nicht weiter als zehn Kilometer von ihrer Wohnung fortbewegen.

Außerdem werden Beschränkungen für Bürger und Geschäfte, die bereits in weiten Teilen gelten, aufs ganze Land ausgeweitet. Im Vergleich zu den Restriktionen im vergangenen Frühjahr oder Herbst sind sie deutlich weniger strikt. Eine Ausgangssperre von 19.00 Uhr bis 6.00 Uhr soll bestehen bleiben. Später dürfen die Menschen nur noch mit triftigem Grund vor die Tür - einkaufen oder Spaziergänge gehören nicht dazu. Unternehmen sollen künftig noch mehr auf Homeoffice setzen. Er gab zu, bei der Bewältigung der Gesundheitskrise "Fehler gemacht" zu haben, aber auch "gelernt" zu haben.

Macron sagte, man könne bei jeder Etappe der Epidemie sagen, dass Fehler begangen worden seien. "All das ist wahr", sagte der Präsident. Aber ich weiß eine Sache: "Wir haben durchgehalten, wir haben gelernt, und wir haben uns jedes Mal verbessert".

Macron verkündete die Beschlüsse des sogenannten Verteidigungsrats, dem führende Kabinettsmitglieder angehören und der den Tag über beraten hatte. Zuletzt hatte Premierminister Jean Castex mehrfach weitere Beschränkungen verkündet. Vor allem Krankenhäuser im Großraum Paris schlugen Alarm, weil die Intensivstationen überfüllt seien.

Die Corona-Situation in Frankreich hat sich noch einmal deutlich verschärft. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwoher binnen einer Woche lag landesweit zuletzt bei gut 375. Damit sind nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums bereits neun von zehn Intensivbetten im Land belegt.

Deutschland hatte Frankreich vergangene Woche als Hochinzidenzgebiet eingestuft und die Einreisebestimmungen verschärft.

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