Merkel zu AstraZeneca: "Wir müssen den Impfstoffen vertrauen können"

Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen Astrazeneca vermarktet seinen Coronavirus Impfstoff in der EU künftig unter dem Namen Vaxzevria

Die Empfehlungen der Stiko seien nach intensiven Beratungen beschlossen worden, sagte Merkel. Auch nach einer entsprechenden Einschätzung der Stiko seien die Meldungen über Auffälligkeiten sehr selten, aber nicht zu ignorieren. An seinem Impfziel hält Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) generell fest: Sofern die Lieferzusagen eingehalten würden und die erwarteten weiteren Impfstoffzulassungen tatsächlich erfolgten, bestehe weiterhin "die Möglichkeit, bis zum Ende des Sommer alle zu impfen", erklärte er am Dienstag. Mit immer größeren Lieferungen könne man Schritt für Schritt die Pandemie überwinden. Nachdem die EMA aber grünes Licht für das Mittel gegeben hatte, wurden die Impfungen nach wenigen Tagen wieder aufgenommen.

Hintergrund für die Änderungen ist eine seltene, aber schwere Nebenwirkung des Vakzins: Insbesondere bei jüngeren Frauen traten in einer Reihe von Fällen nach der Impfung Hirnvenenthrombosen auf. Es gab mehrere Todesfälle. Wie nun eine Zweitimpfung durchgeführt wird, kann aktuell noch nicht genau mitgeteilt werden. Jeder könne sich entscheiden, die Zweitimpfung mit AstraZeneca anzunehmen.

Der Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz bedeutet nicht, dass eine Impfung mit AstraZeneca für jüngere Personen ausgeschlossen ist. Dies solle aber "nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung" geschehen.

Der Beschluss der Gesundheitsminister, den Corona-Impfstoff von AstraZeneca nur noch für Personen über 60 Jahren zuzulassen, hat auch Auswirkungen auf die Arbeit des Impfzentrums des Landkreises Landshut. "Ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Impfstoff ist nicht nachgewiesen, aber möglich, und die weitere Analyse wird fortgesetzt". "Wir bringen jetzt die Impfung der besonders vulnerablen, hochpriorisierten Menschen dieser Altersgruppe mit Astrazeneca schneller voran", hieß es weiter. "In Baden-Württemberg sind damit weiterhin ausschließlich die Menschen aus der ersten und der zweiten Priorität impfberechtigt", teilte das Gesundheitsministerium mit.

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