Drosten - "Werden um ernsthaften Lockdown nicht herumkommen"

Menschenleer ist eine Einkaufsstraße in der Stadt Zeulenroda Triebes. | dpa

Immer mehr Virologen fordern angesichts der steigenden Corona-Zahlen einen harten Lockdown. In Städten wie Paris oder London habe man gesehen, dass ein Teil-Lockdown mit abgestuftem Maßnahmenkatalog gegen die agressivere Virus-Variante nicht durchgreife.

Schließen Sie jetzt den kostenfreien Probemonat ab (anschließend 7,90 €/Monat), um diesen Artikel zu lesen. Notwendig seien aber politisches Handeln und die Unterstützung möglichst vieler Menschen.

Die Braunschweiger Virologin Melanie Brinkmann sagte, wenn alles so weiter laufe wie bisher, "wird jeder in seinem ganz direkten Umfeld Menschen kennen, die im Krankenhaus waren, gestorben sind, unter Langzeitschäden leiden". Sie sei wütend, dass nicht früher reagiert worden sei auf die Warnungen der Wissenschaft.

"Wir könnten jetzt schon bei Zehner-Inzidenzen sein, wenn die Politiker bei der Bund-Länder-Konferenz im Januar ernst genommen hätten, was wir ihnen gesagt haben". Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis, forderte ebenfalls einen sofortigen Lockdown.

Dass die Ministerpräsidenten stattdessen auf Lockerungen setzten, mache sie fassungslos. Innerhalb von vier Wochen bekomme man die Zahlen massiv runter, wenn die Menschen kaum Kontakte hätten. Vor drei Wochen, am 11. März, lag sie noch bei 69. Gut zwei Drittel (67 Prozent) würden einen solchen härteren Lockdown eher befürworten.

Der Virologe Christian Drosten plädiert für strengere Maßnahmen: Er glaubt nicht, dass es ohne einen weiteren Lockdown gehen wird. Die nächste Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am 12. April geplant.

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