Regierung in Baden-Württemberg - Grüne und CDU einigen sich auf Koalitionsverhandlungen

Nach Querelen um CDU - Kretschmann erklärt sich im Grünen-Vorstand

Zunächst war die Entscheidung auf den nächsten Tag verschoben worden.

Die Grünen und die CDU in Baden-Württemberg haben sich offenbar auf ein gemeinsames Papier geeinigt und wollen bald in Koalitionsverhandlungen eintreten. Am Samstag soll es noch ein Sondierungsgespräch mit der CDU geben, um die bisherigen Ergebnis der Sondierungen zu fixieren.

Ein abschließendes Sondierungsgespräch am Ostersamstag soll die Grundlage für kommende Koalitionsverhandlungen bilden.

Die CDU ließ sich von der nur zögerlichen Zustimmung bei den Grünen nicht beirren und sprach sich klar für Grün-Schwarz aus.

Die heile Welt der Grünen in Baden-Württemberg hat Risse bekommen. 2011 war das Bündnis mit der SPD gesetzt, 2016 die Koalition mit der CDU alternativlos, da sich die FDP einer Ampel damals verweigert.

Thomas Strobl, Innenminister von Baden-Württemberg und Vorsitzender der CDU Baden-Württemberg, mit Mundschutz. Erst nach einer längeren Unterbrechung stimmte der Vorstand dann am Abend dem Wunsch Kretschmanns zu.

Teile des Grünen-Vorstands scheinen darauf zu setzen, dass ihre Partei durch das Wahlergebnis vom 14. März noch einmal gestärkt wurde.

Als Garant für den Aufstieg der Grünen zur Volkspartei hatte Kretschmann das wegen seines paternalistischen Regierungsstils eher unwichtige Parteigremium oft links liegenlassen. "Diese Entscheidung klingt wie ein schlechter Aprilscherz". "Ausgehend davon haben wir uns entschieden, mit der CDU Verhandlungen über eine Regierungskoalition aufzunehmen". Man gehe mit der CDU einen Schritt weiter, heißt es aus der Partei. Nach unerwartet strittigen Debatten haben die Südwest-Grünen den Weg dafür frei gemacht. Dem Vernehmen war der 72-jährige Kretschmann dennoch engagiert für eine Fortsetzung der Koalition mit der CDU eingetreten.

Die Grünen hatten sich am Karfreitag noch mal im Landesvorstand getroffen, um den Eklat vom Gründonnerstag aufzuarbeiten. Außerdem fehle nach den Auseinandersetzungen in den vergangenen fünf Jahren das Vertrauen.

Lieber in Gesellschaft der Umwelt- und Klimabewegung: Anna Peters, Bundessprecherin der Grünen Jugend.

Kurz vor dem Treffen hatten sich beide Seiten zuversichtlich gezeigt, trotz der großen Zweifel bei der grünen Basis einen guten Neustart zu schaffen. Landesparteichef Stoch sagte dem Südwestrundfunk, die Grünen hätten die Chance auf eine bessere Zukunft für Baden-Württemberg verpasst.

Nach der langwierigen Entscheidungsfindung der Grünen wird auch von den Gremien der CDU ein zügiges Ja zur Aufnahme von Koalitionsverhandlungen erwartet.

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