In den kommenden Wochen: Diese Freiheiten will Jens Spahn jetzt Geimpften geben

Eine Frau in Baden-Württemberg wird von einer Ärztin gegen das Coronavirus geimpft. | dpa

"Viele warten solidarisch, damit einige als Erste geimpft werden können".

Inzwischen haben in Deutschland mehr als vier Millionen Bürgerinnen und Bürger die Zweitimpfung erhalten, rund fünf Prozent der Bevölkerung.

"Wer vollständig geimpft wurde, kann in Zukunft wie jemand behandelt werden, der negativ getestet wurde", sagte Spahn dazu.

Die BamS zitiert Spahn, die neuen Regeln sollten gelten, wenn die dritte Welle gebrochen und etwa beim Einzelhandel ein Schnelltest-System aufgebaut worden sei.

Wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist, kann nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in den nächsten Wochen bestimmte Freiheiten zurückbekommen. Grundlage für diese Ankündigung ist laut der Zeitung eine Auswertung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse durch das RKI. "Zudem müssen nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) vollständig Geimpfte auch nicht mehr in Quarantäne", meint der CDU-Politiker. Das könnte auch nach Urlaubsreisen im Ausland der Fall sein. Die EU arbeitet an einem ähnlichen Modell. Die Regelung soll nach Informationen des Blatts in den kommenden Wochen umgesetzt werden. Der Bericht wurde von RKI-Chef Lothar Wieler unterzeichnet. Der Bericht wurde laut dem Blatt am Samstag an die Bundesländer verschickt. Die Ministerpräsidentenkonferenz hatte das RKI um eine Analyse gebeten, ob und wann die Einbeziehung Geimpfter in Testkonzepte "möglicherweise obsolet" wird. "Wir werden diese Erkenntnisse nun zeitnah in Gesprächen mit den Ländern in die Praxis bringen", so der Minister. Dies käme einer Impfpflicht gleich, sagte der CSU-Politiker. Das will Gesundheitsminister Spahn erreichen.

Voraussetzung sei allerdings, dass nach der zweiten Impfung 14 Tage vergangen sein müssen. Wenn Spahn und Lauterbach das jetzt auch so sähen, dann sei das "doch eine schöne Osteroffenbarung". Sie forderte, Corona-Einschränkungen für alle Bürgerinnen und Bürger aufzuheben, egal ob diese getestet oder geimpft wurden oder auch nicht.

Der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, bemängelte, Spahn sage nicht, bei welchem Inzidenzwert die dritte Welle vorbei sei.

"Unbeantwortet lässt das RKI auch die Frage, wie hoch das Risiko ist, dass Geimpfte das Virus weitergeben können". Unklar sei zudem, wie sich Geimpfte künftig ausweisen sollen: "Die österliche Botschaft des Bundesgesundheitsministers von mehr Freiheiten löst sich bei genauem Hinschauen schnell in Rauch auf".

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