Corona in NRW: Laschet will "Brücken-Lockdown" im April

NRW-Ministerpräsident Laschet bei einer Pressekonferenz im Aachener Impfzentrum

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet hat sich angesichts der dritten Corona-Welle für einen kurzen harten Lockdown ausgesprochen. Ein Kurswechsel: Mitte März hatte er im Düsseldorfer Landtag für Nordrhein-Westfalen noch so ein befristetes Projekt für "schnell nach Ostern" angekündigt. Damit solle die Zeit überbrückt werden, bis "viele" Menschen geimpft sind. Die Ministerpräsidentenkonferenz, eigentlich für den 12. April geplant, soll auf diese Woche vorgezogen werden. "Die Brücke zu einem durchschlagenden Erfolg beim Testen erfordert, dass wir noch einmal in vielen Bereichen nachlegen und uns in Richtung Lockdown bewegen", sagte der Ministerpräsident. Er sei sich bei seiner Einschätzung mit vielen Ministerpräsidenten, der Kanzlerin und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) einig. Es seien nun mehr Tempo und klare Entscheidungen notwendig. "Mit stundenlangen Diskussionen, mit stundenlangen Auszeiten".

Laschet betonte, gebraucht würden noch weniger soziale Kontakte.

Die Kontakte im privaten Bereich, aber auch am Arbeitsplatz müssten weiter verringert werden, möglicherweise auch durch Ausgangsbeschränkungen "in den Abend- und Nachtstunden".

Zudem müsse man sich "fokussieren auf das Notwendige bei Kitas und Schulen" und "wir müssen mehr machen beim Homeoffice". In den zwei bis drei Wochen des Lockdowns müsse die Homeoffice-Offensive der Wirtschaft nochmals vorankommen. Dazu werde die Bundesregierung diese Woche nochmals mit den Wirtschaftsverbänden auch über Testungen sprechen. Außerdem schließt Laschet Lockerungen auch durch Modellversuche auf, zum Beispiel mit Öffnungen bei der Gastronomie oder im Freizeitbereich. Der CDU-Chef verwies unter anderem auf die wieder steigende Zahl von Corona-Infizierten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen. "Geschieht nichts, werden die Zahlen weiter erheblich zunehmen", wird Laschet zitiert.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Ostermontag 8.497 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. 50 weitere Menschen sind in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 128,0 von 127,0 am Vortag. Insgesamt wurden bislang mehr als 2,89 Millionen Infektionen in Deutschland bestätigt.

Related:

Comments

Latest news

Corona NRW: Armin Laschet fordert MPK diese Woche und härteren Lockdown
Von Geimpften gehe nach Erkenntnis des Robert Koch-Instituts praktisch kaum mehr ein Risiko für die Verbreitung des Virus aus. April geplanten Runde von Kanzlerin Angela Merkel ( CDU ) mit den Ministerpräsidenten der Länder auf die kommenden Tage aus.

Pandemie - Gewerkschaftsvorschlag: Wegen Corona auf Abitur-Prüfungen verzichten
In einer Turnhalle in Leipzig sollen die Abiturprüfungen unter größten hygienischen Bedingungen geschrieben werden. Scheeres reagierte damit auf einen Vorstoß der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Nach Corona-Notbremse: München lockert wieder
Weiterhin hat ein Großteil der bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte den Inzidenzwert von 100 überschritten. Die nächtliche Ausgangssperre entfällt ab Mittwoch und Geschäfte, Museen und der Tierpark dürfen wieder öffnen.

Erbeutete Daten von über 500 Millionen Facebook-Konten online
Facebook-Nutzer sollten aufpassen, dass sie kein Opfer von Phishing-Angriffen oder Social Engineering werden. Laut dem "Business Insider" stammen die Daten von Nutzern aus 106 Ländern.

Corona-Demo in Stuttgart: Querdenken-Gegner blockieren Bundesstraße in Stuttgart
Nach Angaben der Polizei wurden am Mittag vor dem Rathaus 20 Menschen, die mutmaßlich dem Rockermilieu angehören, kontrolliert. Die Beamten wiesen die Menschen immer wieder darauf hin, Masken aufzusetzen und die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten.

Other news