Luftverkehr Tarife Streiks Deutschland: Lufthansa-Piloten lehnen Tarifangebot ab

Der Arbeitskampf bei Lufthansa könnte vor dem Ende stehen

Am Mittwochabend verlängerte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) den am selben Tag begonnen Ausstand bis einschliesslich Freitag. Betroffen seien rund 30.000 Passagiere, so dass sich die Gesamtzahlen für diese 14. 912 Verbindungen seien betroffen, davon 82 auf der Langstrecke, teilte die Fluggesellschaft mit.

Frankfurt/Main. Am Freitag werden die Piloten bei der Lufthansa den dritten Tag in Folge die Arbeit niederlegen. "Das Lufthansa-Management zeigt weiterhin keinerlei Bewegung und hat kein verhandlungsfähiges Angebot übermittelt", begründete Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg die erneute Verlängerung.

In der gesamten Firmengruppe sollen am Donnerstag 2088 von rund 3000 geplanten Flügen stattfinden.

Die Lufthansa-Piloten haben das jüngste Tarifangebot der Lufthansa abgelehnt. Auch morgen am Freitag soll weiter gestreikt werden.

Wie bereits in den vergangenen Tagen können Tausende Passagiere nicht in ihr Flugzeug steigen, insgesamt fallen am Samstag 137 Flüge aus. Den Piloten hatte die Airline zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten.

Im neuerlichen Piloten-Streik fordert der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Michael Fuchs einem Zeitungsbericht zufolge ein Gesetz zur Zwangsschlichtung.

Lufthansa reservierte nach eigenen Angaben im Rhein-Main-Gebiet sowie im Raum München vorsorglich fast 4000 Hotelzimmer. Die dortigen Streichungen entsprechen etwa der Hälfte des regulären Flugprogramms. Für Fluggäste, die aufgrund fehlender Visa nicht nach Deutschland einreisen dürfen, seien in Frankfurt rund 400 Feldbetten aufgebaut worden. "Die Forderung der VC nach einer Vergütungserhöhung von mehr als 20 Prozent geht weit über das hinaus, was andere Beschäftigtengruppen erhalten haben", teilte Personalchefin Bettina Volkens mit.

Die in der VC organisierten Piloten hatten die Fluglinie seit der Nacht mit ihrem mittlerweile 14. Streikzum Großteil lahmgelegt. Flüge der Billigtöchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti werden am Samstag erneut nicht bestreikt. Die Gewerkschaft verteidigte den neuen Streik.

Die Lufthansa setzte im Gegenzug die VC unter finanziellen Druck. Eine zwischenzeitlich ruhende Schadenersatzklage über 60 Millionen Euro will der Dax -Konzern wieder aufnehmen. Die Forderung bezieht sich auf die erste Streikrunde im aktuellen Tarifkonflikt aus dem April 2014, die vom Unternehmen als nicht rechtmäßig eingeschätzt wird. Mit dem Angebot knüpfe man an Gespräche mit der Vereinigung Cockpit (VC) aus dem September an. Sie verlangen Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren zwischen 2012 und April 2017.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte die Einbußen pro Streiktag auf einen Betrag im oberen einstelligen Millionenbereich beziffert.

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