Bonn: Solarworld muss Insolvenz anmelden

Solarworld kündigt einen Insolvenzantrag an. Quelle dpa

Der Vorstand sei zu der Überzeugung gelangt, dass "keine positive Fortbestehens-Prognose mehr bestehe, die Gesellschaft damit überschuldet sei und somit eine Insolvenzantragspflicht bestehe", hatte das Bonner Unternehmen am Mittwochabend per Pflichtmitteilung an die Börse mitgeteilt.

Der Vorstand werde vor diesem Hintergrund unverzüglich einen Insolvenzantrag beim zuständigen Amtsgericht stellen. Das einstige Vorzeigeunternehmen war schon länger mit sinkenden Preisen für Solarmodule und einer bedrohlichen Klage in den USA konfrontiert. Noch Ende April hatte das Ende der 1990er Jahr gegründete Unternehmen bekräftigt, mit einem Sparprogramm und Stellenabbau bis 2019 in die Gewinnzone zurückkehren zu wollen.

Mit dem Abbau von 400 Stellen und zahlreichen Einzelmaßnahmen sollten die Kosten um ein Fünftel verringert werden. Solarworld beschäftigt knapp 3300 Menschen, davon etwa 2600 in Deutschland. Ein Firmensprecher sagte am Hauptsitz in Bonn, es werde noch geprüft, ob auch für die Tochterunternehmen Insolvenz angemeldet werden müsse. Solarworld begründete den Insolvenzantrag mit dem "aktuellen Geschäftsverlauf" und "weiter voranschreitenden Preisverwerfungen". Der Prozess galt bisher als zentrales Risiko in der Bilanz, es gab keine Rückstellungen für die Forderung. Doch nun gab Asbeck die Hoffnung auf Besserung auf: Die Preise für Solarzellen und Module seien seit Mitte 2016 massiv abgestürzt. Doch bald sorgten chinesische Anbieter bei den Branchengrößen Solarworld, Q-Cells, Conergy und Solon für ein jähes Ende der sonnigen Zeiten.

Solarworld macht für das Scheitern Dumping-Angebote aus China verantwortlich, die den Marktpreis weltweit in den Keller gedrückt hätten. Nach vorläufigen Zahlen war das Minus beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im ersten Quartal 2017 auf 28 Millionen Euro gesunken. Finanzchef Philipp Koecke hatte damals betont, dass im Konzern noch rund 120 Millionen Euro Eigenkapital steckten und nur diese Zahl relevant sei. Für frisches Kapital sorgte ein Investor aus Katar, der zuletzt 29 Prozent hielt.

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