Donald Trump warnt Comey per Tweet vor Preisgabe von Informationen

Andrew McCabe

Trump hatte in einem eilig arrangierten Exklusiv-Interview mit dem Fernsehsender NBC am Donnerstagabend behauptet, FBI-Chef Comey habe ihm bei einem Abendessen und zwei Telefonaten ausdrücklich versichert, nicht Zielscheibe von Ermittlungen in der Russland-Affäre zu sein.

Wenn es Donald Trump beim Hauruck-Rauswurf von FBI-Chef James Comey um die Eindämmung der Russland-Affäre gegangen sein sollte, dann hat der US-Präsident das Gegenteil bewirkt. "Das FBI war vor einem Jahr in Aufruhr und hat sich bis heute nicht davon erholt", erklärte Trump.

Trump und das Weiße Haus haben die US-Regierung mit ihren widersprüchlichen Angaben zur Kündigung von Comey in eine schwere Glaubwürdigkeitskrise gestürzt. Comey genieße bis zum heutigen Tag breite Unterstützung im FBI, sagte der amtierende Chef der Bundespolizei, Andrew McCabe, im Geheimdienstausschuss des Senats am Donnerstag. Der Präsident und sein Umfeld haben immer größere Schwierigkeiten, den überraschenden Rauswurf vom Dienstagabend stichhaltig zu begründen. Warum spielt die ursprüngliche Begründung des Weißen Hauses, Comey habe sich im Zusammenhang mit Hillary Clintons E-Mail-Affäre grobe Fehler zuschulden kommen lassen, plötzlich keine Rolle mehr? 9.

McCabe ist allerdings nicht der Einzige, der Ermittlungen über eine mögliche Kooperation zwischen russischen Regierungskreisen und Beratern des heutigen Präsidenten Trump aufgenommen hat.

Die Entlassung von FBI-Direktor James Comey erregt weiter die Gemüter und wirft neue Fragen auf. Noch am 22. Januar, also zwei Tage nach Amtsantritt, hatte Trump Comey auf das Wärmste begrüßt. Grund ist der naheliegende Verdacht, dass Trump den unliebsamen Leiter einer Behörde loswerden wollte, die gegen Mitarbeiter aus Wahlkampfzeiten wegen möglicher Kollaboration mit dem Kreml ermittelt.

Er bestritt, damit einer Empfehlung des Justizministeriums gefolgt zu sein. Bisher habe es keine Versuche gegeben, "unsere Ermittlungen zu vereiteln", sagte McCabe bei der Anhörung am Donnerstag. Die Arbeit der Behörde gehe weiter. Konkret hatte in dem Entlassungsschreiben von Trump gestanden: "Während ich es sehr schätze, dass Sie mich bei drei unterschiedlichen Anlässen darüber informiert haben, dass nicht gegen mich ermittelt wird, stimme ich doch mit dem Urteil des Justizministeriums überein, dass Sie nicht fähig sind, das Büro effektiv zu leiten". Vielmehr habe er die Entlassung Comeys schon vorher beschlossen. Trump sagte auch, von sich aus Comey danach gefragt zu haben, ob gegen ihn ermittelt werde - mit dieser Aussage setzte sich der Präsident potenziell dem Vorwurf aus, sich in laufende Ermittlungen eingemischt zu haben.

"Ich wollte ihn unabhängig von Empfehlungen feuern", sagte Trump. Er machte deutlich, dass er die Unabhängigkeit des FBI wahren wolle. Die Amtszeit eines FBI-Chefs beträgt üblicherweise zehn Jahre. Es handele sich um eine "höchst bedeutende Untersuchung", sagte McCabe vor dem Ausschuss in Washington. Einige demokratische Politiker vermuten, dass Trump Comey entlassen haben könnte, um diese Ermittlungen zu torpedieren. Auf dessen Empfehlung, hatte es zuvor geheissen, habe Trump Comey entlassen. Nicht nur habe Trump Comey nicht verziehen, dass er Trumps unsinnige Behauptung, von Präsident Barack Obama abgehört worden zu sein, öffentlich ins Reich der Märchen verwiesen hatte. Das Verhältnis galt seither als belastet.

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