Entlassung von FBI-Chef Comey wirft viele Fragen auf

Der geschasste FBI-Chef James Comey bei einer Senatsanhörung

Der von Trump ebenfalls gefeuerte Ex-General, der enge Kontakte ins Putin-Lager unterhalten hatte, hat eine Zwangsvorladung erhalten. Am Dienstag hatte Trump die Kündigung noch damit begründet, er folge mit dem Rauswurf dem Rat von Justizminister Jeff Sessions und dessen Vize.

Nach der Entlassung von FBI-Chef James Comey durch Amerikas Präsidenten Donald Trump gerät das Weiße Haus immer mehr in Erklärungsnot. "Es gibt dafür übrigens keinen guten Zeitpunkt".

Der Präsident beschimpfte Comey nun in dem Interview als "Angeber" und "Wichtigtuer" und warf ihm vor, das FBI im vergangenen Jahr in "Aufruhr" versetzt zu haben.

In der offiziellen Begründung des Weißen Hauses war von der Russland-Affäre aber keine Rede. Der Vizevorsitzende des Geheimdienstausschusses im Senat, der Demokrat Mark Warner, nannte Comeys Entlassung "schockierend". Nach den Geheimdiensten hat Trump sich mit dem Rauswurf des beliebten Direktors viele aufrechte Beamte beim FBI zu Feinden gemacht.

"Die Entlassung von FBI-Chef James Comey hat eingeschlagen wie eine Bombe". In den Fokus rückte auch der stellvertretende Justizminister Rod Rosenstein, der in einem Brief an Trump das Verhalten Comeys in der E-Mail-Affäre Hillary Clintons kritisiert hatte.

Die Demokraten unterstellten Trump, dessen Argument für die Entlassung - dabei ging es um Comeys Umgang mit der E-Mail-Affäre von Hillary Clinton - nur als Vorwand zu nutzen. Einige demokratische Politiker vermuten, dass der Präsident eine Untersuchung der Vorwürfe gegen ihn verhindern wollte. Sie forderten einen Sonderermittler, um mögliche Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam nach Russland und mögliche Absprachen zur Manipulation der US-Wahl zu untersuchen. McCabe sagte, er könne zu Gesprächen zwischen Trump und Comey nicht Stellung nehmen.

Auch Vizepräsident Mike Pence stellte den Ablauf noch am Mittwoch so dar, als habe Trump seinen Beschluss erst gefällt, nachdem ihm die Entlassung Comeys von der Ministeriumsspitze angeraten worden sei. Es habe bisher keinen Versuch gegeben, die Ermittlung zu behindern, sagte McCabe.

McCabe betonte dagegen bei einer Anhörung durch den Geheimdienstausschuss des Senats: "Die Arbeit geht weiter, unabhängig davon, wie sich die Umstände verändert haben mögen".

Während einer Kongressanhörung bestätigte der FBI-Chef dann in aller Deutlichkeit, dass sich die Untersuchungen seiner Behörde zu den mutmaßlichen russischen Hackerangriffen im Wahlkampf auch auf eine mögliche Verwicklung des Trump-Teams konzentrieren.

Bei seiner Anhörung werden zwei Details mit Sprengkraft zur Sprache kommen: Hat Comey (wie Trump behauptet) dem Präsidenten wirklich mehrfach persönlich versichert, dass der Commander-in-Chief bei den Russland-Ermittlungen außen vor ist? Er habe Comey gebeten, ihn über etwaige Ermittlungen informiert zu halten: "Ich habe gesagt, würden Sie mich wissen lassen, wenn gegen mich ermittelt wird?"

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