In drei Jahren soll es in Deutschland keine Aids-Neuerkrankungen mehr geben

Moderne Medikamente haben weniger Nebenwirkungen

Ein 20-jähriger HIV-positiver Patient, der 2008 oder später seine Behandlung begonnen hat, hat demnach eine rund zehn Jahre höhere Lebenserwartung als sie ein Patient hatte, der seine Therapie 1996 begann. Das geht aus einer Studie in der Fachzeitschrift "The Lancet HIV" vom Donnerstag hervor.

Moderne Medikamente und eine verbesserte Versorgung der Patienten haben dazu geführt, dass viele Menschen mit HIV heute deutlich länger leben als noch vor einigen Jahren.

Die Presseaussendung der Universität Bristol können Sie hier lesen.

Für die Studie wurden die Daten von 88.504 Menschen aus 18 europäischen Ländern und Nordamerika untersucht, die zwischen 1996 and 2010 mit einer Anti-Virus-Therapie begonnen haben. Zudem gebe es heute mehr Therapieoptionen für HIV-Infizierte mit Resistenzen. Demnach könne ein 20-jähriger Patient, der nach 2008 mit einer HIV-Behandlung begann und nach einem Jahr eine niedrige Viruslast aufwies, bis zu 78 Jahre alt werden.

Das gelte aber nicht für alle HIV-Positiven, die Medikamente bekommen: Im Schnitt liege ihre Lebenserwartung, wenn sie das erste Jahr der Behandlung überstanden haben, bei 73 Jahren für Männer sowie 76 Jahren für Frauen. Bei denjenigen, die durch die Injektion von Drogen mit dem HI-Virus infiziert wurden, war die Zunahme der Lebenserwartung nicht so hoch wie in anderen Gruppen, schreiben die Forscher. Neue Medikamente haben weniger Nebeneffekte und sind effizienter beim Stopp der Virenvermehrung im Körper. Ferner könnten parallel auftretende Probleme wie Herzkrankheiten, Hepatitis C und Krebs besser behandelt werden, hieß es weiter. Dem Experten nach seien allerdings weitere Anstrengungen erforderlich, um die Lebenserwartung Betroffener an die allgemeine Bevölkerung anzupassen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse seien wichtig, um Risikopersonen zu HIV-Tests zu ermutigen, teilten die Wissenschaftler mit.

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