Insolvenz: Gericht bestellt Piepenburg für Solarworld

Die Unternehmenszentrale der Solarworld in Bonn. Der Solarhersteller hat Insolvenz

Die Produktion geht vorerst weiter.

Bonn. Beim angeschlagenen Solarhersteller Solarworld hat das Amtsgericht Bonn den Düsseldorfer Anwalt Horst Piepenburg zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. "Ich übernehme keine aussichtslosen Mandate", wird Piepenburg zitiert. Die Produktion im Unternehmen mit insgesamt rund 3300 Beschäftigten laufe am Freitag vorerst weiter, hieß es aus dem Unternehmen.

Die Insolvenz der Konzernmuttergesellschaft hat Folgen für weitere Konzernunternehmen: "Die Geschäftsführer der Tochtergesellschaften SolarWorld Industries Sachsen GmbH, SolarWorld Industries Thüringen GmbH, SolarWorld Industries Deutschland GmbH und der SolarWorld Innovations GmbH haben am 12. Mai 2017 im Zuge der Insolvenz der Muttergesellschaft jeweils einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht in Bonn gestellt", so Solarworld am Freitag. Das Wichtigste dürfte daneben aber die Suche nach einem Investor sein.

"Mit meinem Team werde ich mich nun zügig mit der aktuellen Lage des Unternehmens auseinandersetzen", erklärte Piepenburg. Von wesentlicher Bedeutung sei jetzt, den Geschäftsbetrieb so reibungslos wie möglich aufrechtzuerhalten. In der thüringischen Stadt beschäftigt Solarworld derzeit noch 814 Mitarbeiter. Hinzu kommt unter anderem ein großer US-Standort. Gestern hatte der Konzern beim Gericht einen Antrag auf Eröffnung des Insolventverfahrens gestellt, der Tags zuvor angekündigt wurde, wir berichteten. Das Unternehmen macht für sein Scheitern vor allem Dumping-Angebote aus China verantwortlich, die den Marktpreis weltweit in den Keller gedrückt hätten.

Der für viele Anleger und Mitarbeiter überraschende Insolvenzantrag beschäftigt auch die Finanzaufsicht Bafin. Es werde geprüft, ob die Anleger rechtzeitig über drohende Risiken informiert worden seien, bestätigte eine Bafin-Sprecherin eine entsprechende Meldung der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitag).

Laut "FAZ" geht es darum, ob der bisherige Firmenchef Frank Asbeck das Überschuldungsrisiko in der Bilanzpressekonferenz nur wenige Wochen vor dem Insolvenzantrag heruntergespielt habe. Er sei selbst von der Zuspitzung der Krise überrascht worden, sagte er dem Wirtschaftsmagazin "Capital". Auch hier wird Piepenburg das Amt des vorläufigen Insolvenzverwalters bekleiden.

Zu Wort meldeten sich auch Vertreter von Anlegern. Die Anleger müssten von Anfang an in die kommenden Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

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