Internet - Cyber-Attacke auf Kliniken und auf Telefónica

Das Virus verschlüsselt Computerdaten, die danach nur gegen Zahlung einer Gebühr entschlüsselt werden können.

Eine groß angelegte Cyber-Attacke hat in England Computer in mehreren Krankenhäusern und ihren Trägerorganisationen lahmgelegt. Insgesamt gehe es um 16 NHS-Einrichtungen.

Nach Informationen der britischen Zeitung The Guardian ist es dadurch zu Verzögerungen in Krankenhäusern gekommen, Rettungswagen wurden in andere Einrichtungen umgeleitet.

In Großbritannien waren Krankenhäuser unter anderem in London, Blackpool, Hertfordshire und Derbyshire betroffen, wie der staatliche Gesundheitsdienst NHS mitteilte. Das Innenministerium gab am Freitag bekannt, dass der Angriff das Windows-Betriebssystem von Computern von Angestellten betroffen habe.

Die britische BBC berichtete von weiteren Angriffen in den USA, China, Russland, Italien, Vietnam und Thailand. Patienten sollen nur in dringenden Fällen in Notaufnahmen kommen.

Die britischen Patientenvereinigung (Patients Association) kritisierte den NHS, er habe die Lektionen aus früheren Cyber-Attacken nicht gelernt. Man ergreife alle Massnahmen, um die IT-Systeme zu schützen. Im vergangenen Jahr waren unter anderem zwei Krankenhäuser in Deutschland von Erpressungstrojanern erwischt worden.

Auch die für die Innenstadt von London zuständige NHS-Tochter sprach von grösseren IT-Problemen. Klassische Antiviren-Software ist oft machtlos. Meist werden Privatleute Opfer der Erpressungssoftware.

Die spanische Regierung teilte mit, dass mehrere spanische Unternehmen ebenfalls das Ziel von Ransomware-Cyberangriffen geworden seien. Laut Medienberichten sahen am Freitag einige Mitarbeiter auf ihren Computern die für Erpressungstrojaner typische Lösegeldforderung mit dem Hinweis, dass der Computer verschlüsselt worden sei. Darauf erscheint eine Geldforderung in der virtuellen Währung Bitcoins.

Möglicherweise handle es sich um die Schadsoftware "Wanna Decryptor", teilte der NHS mit. Sollte der geforderte Betrag nicht innerhalb von sieben Tagen bezahlt werden, würden alle Daten gelöscht, so die Drohung. Sie missbraucht eine einst von der NSA ausgenutzte Sicherheitslücke.

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