Italien mit geringstem Wachstum 2017 — EU-Frühjahrsprognose

Die Lage in den EU-Staaten ist sehr unterschiedlich

Für Deutschland prognostiziert sie ein Wachstum von 1,6 Prozent.

Für die 19 Länder der Eurozone erwartet sie eine Steigerung des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,7 Prozent für dieses und 1,8 Prozent für nächstes Jahr. "Das Wachstum gewinnt an Fahrt", sagte Kommissions-Vize Valdis Dombrovskis. "Es ist erfreulich, dass die große Unsicherheit, die wir in den letzten zwölf Monaten erlebt haben, langsam zu schwinden scheint", ergänzte Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici. Beim Defizit sollen es nun -1,3 Prozent (statt zuvor prognostizierten -1,2 Prozent) für 2017 werden, für 2018 werden -1,0 Prozent (statt -0,9 Prozent) vorausgesagt. Dieses und nächstes Jahr werde der Trend konstant bleiben. Es blieben aber Risiken wie die amerikanische Wirtschafts- und Handelspolitik und die "Brexit"-Verhandlungen mit Großbritannien".

Die EU-Kommission hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum der Eurozone und der gesamten Europäischen Union erhöht. Dabei wird für das 2017 und 2018 ein Wert von 5,9 Prozent erwartet. Frankreich wird sich laut der Prognose beim Wirtschaftswachstum Deutschland annähern. Für 2017 und 2018 wird jeweils ein Wachstum von 1,7 Prozent vorausgesagt.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat diesen zu einer Sanierung des Haushalts aufgefordert. Deutschland dürfte sich hingegen in dieser Hinsicht wieder als Musterknabe erweisen und einen Überschuss ausweisen.

Die EU-Frühjahrsprognose sagt für Österreich ein geringfügig höheres Wachstum voraus als noch in der Wintervorschau vom Februar. Sie begründete dies mit der schlechten Entwicklung der griechischen Wirtschaft im Schlussquartal 2016 sowie der Unsicherheit rund um das Reformpaket. Unter der Annahme, dass die zweite Programmüberprüfung im ersten Halbjahr abgeschlossen werden könne, werde sich das Geschäftsklima verbessern und Investoren würden zurückkehren, erklärte die Brüsseler Behörde. Bei der Arbeitslosenrate sieht die EU-Kommission leichte Verbesserungen von 22,8 auf 21,6 Prozent 2018.

Die Exporte sollen angesichts der besseren Weltkonjunktur stärker wachsen als im vergangenen Jahr. Auch der private Konsum dürfte ungeachtet der höheren Inflation zunehmen, wenn auch nicht mehr so stark wie zuvor. Investitionen würden allerdings weiterhin durch den in einigen Sektoren notwendigen Schuldenabbau gebremst werden, trotzdem dürften sie kontinuierlich zunehmen.

Der Aufschwung soll die Arbeitslosigkeit drücken.

Die Staatsfinanzen dürften sich der Frühjahrsprognose zufolge im Euro-Raum verbessern. Die Neuverschuldung soll in diesem Jahr auf 1,4 und im kommenden Jahr auf 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sinken. Die niedrigen Zinszahlungen und die "moderate Lohnentwicklung im öffentlichen Lohnsektor" würden begünstigen, dass die Haushaltsdefizite weiter zurückgehen, so die Kommission. Laut der Kommission wird die vorgegebene Obergrenze von 3,0 Prozent des BIP dieses Jahr noch gerade so eingehalten, 2018 mit 3,2 Prozent den Erwartungen nach aber wieder deutlich darüber liegen.

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