Massenfestnahmen gegen Mitarbeiter der Istanbuler Börse

Bereits im April sind bei einer landesweiten Razzia in der Türkei im Zusammenhang mit der Gülen-Bewegung mehr als eintausend Verdächtige festgenommen worden

Insgesamt sollen mehr als hundert Haftbefehle ausgestellt worden sein, die Razzien dauern weiter an.

Wie die Zeitung "Habertürk" auf ihrer Internetseite berichtete, richteten sich die Razzien am Freitag gegen frühere Mitarbeiter der Istanbuler Börse.

Fast zehn Monate nach dem Putschversuch in der Türkei sind bei landesweiten Razzien gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger innerhalb der Istanbuler Börse 57 Verdächtige festgenommen worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, fanden die Festnahmen am frühen Morgen in sechs verschiedenen Provinzen statt. Den Verdächtigen wird Anadolu zufolge vorgeworfen, in den vereitelten Putsch im Juli verwickelt gewesen zu sein. Die 1996 gegründete Bank stand angeblich der Gülen-Bewegung nahe und wurde bereits 2015 von der Regierung unter Zwangsverwaltung gestellt.

Die Regierung in Ankara geht seit dem Putschversuch mit massenhaften Festnahmen gegen vermeintliche Gegner und mutmassliche Unterstützer der Revolte vor. Auch die Polizei entließ mehr als 9100 Beamte, weil sie Verbindungen zum Gülen-Netzwerk haben sollen.

Sicherheitskräfte in der Türkei nehmen den Onlinechef der türkischen Zeitung "Cumhuriyet" fest. Alper, der massgeblich an den Ermittlungen zum Putschversuch im Juli beteiligt gewesen war, war vor einigen Tagen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Die Zeitung zählt zu den Kritikern des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Schon am Donnerstagabend war bekannt geworden, dass in der Türkei eine für eine linksgerichtete Nachrichtenagentur arbeitende deutsche Übersetzerin festgenommen wurde.

Im April hatte die Staatsanwaltschaft gegen 19 Journalisten und Mitarbeiter der Zeitung Anklage erhoben, unter ihnen der Chefredaktor Murat Sabuncu, der Kolumnist Kadri Gürsel, der Karikaturist Musa Kart und der Investigativjournalist Ahmet Sik. Er kam jedoch bis zum Berufungsverfahren auf freien Fuss und lebt inzwischen in Deutschland im Exil. Ihr wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, unter der Kontrolle des Predigers Fethullah Gülen zu stehen, der für den Putschversuch verantwortlich gemacht wird. Laut der Website P24 sind in der Türkei derzeit insgesamt 165 Journalisten inhaftiert.

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