Osterloh mit sich "im Reinen": Untreueverdacht gegen hohe VW-Manager

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh | Bild

"Vor dem Hintergrund der laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig wurde die Entgeltfindung des Unternehmens für Bernd Osterloh auch durch einen externen juristischen Sachverständigen überprüft". Das "Handelsblatt" berichtete, die Ermittler prüften, ob die Manager Betriebsräten finanzielle Vorteile gewährt hätten, die strafrechtlich als Veruntreuung von Unternehmensvermögen zu sehen sein könnten.

Der "Braunschweiger Zeitung", die über den Fall am Freitag berichtet hatte, sagte er: "Ich bin da mit mir im Reinen". Der Verdacht: Die Personalmanager sollen dafür verantwortlich sein, dass der VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh über Jahre ein möglicherweise zu hohes Salär erhalten hat.

Ein Sprecher des VW-Konzernbetriebsrats sagte auf Anfrage der Zeitung: "Wir sind fest davon überzeugt, dass die bei Volkswagen geltenden Regelungen dem Betriebsverfassungsgesetz entsprechen und das auch die Eingruppierung unseres Konzernbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh durch das Unternehmen korrekt erfolgt ist". Die Ermittlungen richteten sich unter anderem gegen Personalvorstand Karlheinz Blessing sowie seinen Vorgänger Horst Neumann.

Seine derzeitige Vergütung liege bei einem Grundgehalt von etwa 200 000 Euro pro Jahr.

Bei der Braunschweiger Staatsanwaltschaft laufen derzeit noch etliche andere Verfahren gegen VW-Mitarbeiter - darunter auch hohe Manager sowie aktuelle oder ehemalige Vorstände.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat beim VW-Konzern Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue aufgenommen. Osterloh ist gelernter Industriekaufmann und hat 1977 bei VW als Arbeiter in der Produktion begonnen.

Der Wolfsburger Konzern teilte aber mit, sich bei der Vergütung von Betriebsratsmitgliedern an die Vorgaben des Betriebsverfassungsgesetzes zu halten. Man werde alles tun, um Vorwürfe gegen Unternehmensvertreter aufzuklären.

Osterloh gehört als Chef der Mitarbeitervertretung zu den mächtigsten Akteuren in Europas größtem Autokonzern. Dies hatte Osterloh aber nach dem Bekanntwerden der Diesel-Krise abgelehnt. Er sitzt auch im Präsidium des Aufsichtsrats und kann bei größeren Veränderungen sein Veto einlegen. Es geht um die Frage, ob der Betriebsratschef zu viel Geld bekommt.

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