Schock! Jetzt auch Solarworld Freiberg insolvent

Der Vorstandsvorsitzende des Solar-Modul-Herstellers Solarworld Frank Asbeck

Piepenburg gilt als erfahrener Sanierungsexperte. Kurzfristig drängt außerdem die Frage, ob nach dem Insolvenzantrag für die Solarworld-Mutter auch für die Konzerntöchter in Thüringen und Sachsen Insolvenzanträge nötig sind.

Künftig sind aber Verfügungen bei Solarworld nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam, wie das Amtsgericht erklärt. Über die Aussichten für eine Rettung des Konzerns wollte er keine Auskunft geben. Das wichtigste dürfte daneben aber die Suche nach einem Investor sein. Die Produktion im Unternehmen mit insgesamt rund 3300 Beschäftigten laufe ja vorerst weiter, hieß es aus dem Unternehmen.

"Mit meinem Team werde ich mich nun zügig mit der aktuellen Lage des Unternehmens auseinandersetzen", sagte Piepenburg. Zunächst werde man sich darum kümmern, dass Löhne und Gehälter für die Monate Mai, Juni und Juli über die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes sichergestellt werden. Am Freitag teilte Asbeck mit: "Wir werden dem vorläufigen Insolvenzverwalter gründlich und zügig zuarbeiten und tatkräftig unterstützen". Von wesentlicher Bedeutung sei jetzt, den Geschäftsbetrieb so reibungslos wie möglich aufrechtzuerhalten.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sicherte am Freitag bei einem Besuch des erst vor einigen Jahren eröffneten Werkes in Arnstadt die Unterstützung des Landes zu. In der thüringischen Stadt beschäftigt Solarworld derzeit noch 814 Mitarbeiter.

Freiberg - Das ist bitter: Nach dem Mutterkonzern hat nun auch die sächsische Tochter von Solarworld Insolvenz angemeldet. Hinzu kommt ein großer Standort in den USA. Das Unternehmen macht für sein Scheitern vor allem Dumping-Angebote aus China verantwortlich, die den Marktpreis in den Keller gedrückt hätten - doch die Insolvenz ist teilweise auch selbst verschuldet.

Der für viele Anleger und Mitarbeiter überraschende Insolvenzantrag beschäftigt unterdessen die Finanzaufsicht Bafin. Es werde geprüft, ob die Anleger rechtzeitig über drohende Risiken informiert worden seien, bestätigte eine Bafin-Sprecherin eine entsprechende Meldung der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitag). Asbeck verteidigte seine Informationspolitik.

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