Solarworld-Insolvenz schockt 800 Beschäftigte in Thüringen

Die Unternehmenszentrale der Solarworld in Bonn. Der Solarhersteller hat Insolvenz

Der Vorstand der Solarworld AG sei nach umfassender Prüfung zu der Überzeugung gelangt, dass es keine positive Prognose für das Fortbestehen gebe, "die Gesellschaft damit überschuldet ist und somit eine Insolvenzantragspflicht besteht", teilte das Bonner Unternehmen am Mittwochabend in einer Pflichtmitteilung an die Börse mit. Wie ein Sprecher des Unternehmens sagte, werde der Antrag in den nächsten Stunden beim zuständigen Amtsgericht eingereicht.

Solarworld kämpft schon länger mit stetig sinkenden Preisen für Solarmodule und einer bedrohlichen Klage in den USA. Der Solarkonzern hatte noch Ende März angekündigt, mit einem scharfen Sparprogramm bis 2019 wieder aus der Verlustzone kommen zu wollen.

Mit dem Abbau von 400 Stellen - 300 davon in Deutschland - und zahlreichen Einzelmaßnahmen sollten die Kosten um ein Fünftel verringert werden.

Die von der Bundesregierung erst subventionierte Solarindustrie, die vor allem auch in den Neuen Bundesländern Thüringen und Sachsen für Aufschwung und Arbeitsplätze sorgte, kommt mit dem Untergang des Solarriesen quasi zum Erliegen. 2016 hatte das Unternehmen unter dem Strich knapp 92 Millionen Euro Verlust ausgewiesen. Der Prozess galt bisher als zentrales Risiko in der Bilanz, es gab keine Rückstellungen für die Forderung.

In Arnstadt sind mehr als 800 Mitarbeiter von der Pleite betroffen.

Solarworld macht für das Scheitern Dumping-Angebote aus China verantwortlich, die den Marktpreis weltweit in den Keller gedrückt hätten. Doch bald sorgten chinesische Anbieter bei den Branchengrößen Solarworld, Q-Cells, Conergy und Solon für ein jähes Ende der sonnigen Zeiten. Das Eigenkapital war im Geschäftsjahr 2016 nach Angaben der Aktiengesellschaft auf 2,6 Millionen gesunken. Damals hatte Asbeck den Konzern gerettet, indem er sich mit den Gläubigern auf einen Schuldenschnitt verständigte. Als Damoklesschwert schwebte zudem ein Streit mit dem US-Silizium-Lieferanten Hemlock über Solarworld. Für frisches Kapital sorgte ein Investor aus Katar, der zuletzt 29 Prozent hielt.

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