Studie: US-Konzerne hängen Konkurrenz aus Europa ab

Absoluter Spitzenreiter beim operativen Gewinn dies und jenseits des Atlantiks. Quelle dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Die US-Konkurrenz rennt Europas Top-Konzernen bei Umsatz und Profitabilität davon. Deutschlands Konzerne verbuchten um 1,7 Prozent geringere Umsätze und lagen damit im europäischen Durchschnitt. Anders die Konkurrenz aus Trumps own country, die ein Plus von 1,2 Prozent erzielte und den Umsatz auf 9,295 Billionen Dollar steigern konnte. Das ist fast so viel, wie die fünf gewinnträchtigsten Unternehmen Europas (Roche, Daimler, Nestle, Anheuser-Busch, BMW) zusammen. Insgesamt erwirtschafteten die Top-Unternehmen Europas einen Umsatz von 6,7 Billionen Euro, die US-Konzerne kamen auf umgerechnet 8,4 Billionen Euro. Und 65 Prozent haben die Marge erhöht. Auch insgesamt stehen viele US-Unternehmen besser da als die europäische Konkurrenz. Zu den umsatzstärksten zehn in Europa zählen auch Daimler (153 Milliarden, Rang vier), BMW (94,2 Milliarden, Rang 8) und Siemens (knapp 80 Milliarden, Rang zehn).

Apple schlägt sie alle. Nicht berücksichtigt wurden in der Analyse Banken, Versicherungen und ganz klassische Investmentgesellschaften. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmens EY. "Zwar konnte die Mehrheit der Konzerne den Umsatz und Gewinn steigern - die Zuwächse waren aber zumeist so gering, dass es unterm Strich bei der Marge nur ein minimales Plus gab". "Die Liste der gewinnstärksten US-Unternehmen von Marktführern der Telekommunikations- und IT-Branche, der Pharma- und Biotech-Branche und der profitableren Dienstleistungsbranche angeführt, während in Europa mehr Unternehmen der sogenannten Old Economy zuzuordnen sind", wird er zitiert.

Die US-Konzerne profitieren dabei nach Meyers Einschätzung von dem größeren Heimatmarkt und einem günstigeren Branchenmix - insbesondere mit ihrer stärkeren Ausrichtung auf Technologie und Dienstleistungen. Auf der anderen Seite bremsen nach wie vor strukturelle Probleme die europäischen Unternehmen - eine hohe Arbeitslosigkeit, die hohe Staatsverschuldung und die zu schwach ausgeprägte Innovations- und Unternehmerkultur. In Europa dominierten hingegen Automobil- und Rohstoff- beziehungsweise Energiekonzerne das Ranking.

In den USA schaffen es sechs Technologiekonzerne, Kabelnetz- und Internetanbieter unter die Top 10, in Europa nur die Deutsche Telekom. Euro jene Firma, die in Europa am meisten Gewinn ausweist, wäre in den USA nicht einmal Top-10. Aber auch innerhalb einer Branche wirtschaften die US-Konzerne häufig deutlich profitabler als ihre europäischen Konkurrenten. In diesem Jahr könnten sie jedoch aufholen: "Der niedrige Eurokurs wird den Unternehmen im Euroraum einen Wachstumsschub geben", sagte Meyer voraus. Vor allem Firmen, die einen großen Teil ihres Umsatzes außerhalb Europas erwirtschafteten, würden von positiven Währungseffekten profitieren.

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