Terrorverdächtige Soldaten: Ministerin will Bundeswehr durchleuchten

Symbolbild Marcel Kusch  dpa

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte am Freitag einen Bericht des "Spiegel", wonach der betroffene Oberleutnant Ralf G. außerdem keine Uniform mehr tragen dürfe.

Wie der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe berichtet, war Ralf G.in seiner Kaserne im nordrhein-westfälischen Augustdorf durch die Meldung eines Kameraden aufgefallen.

Laut der Aussage eines Kameraden, soll der Offizier G. gesagt haben, in der Kaserne im elsässischen Illkirch gebe es "eine Gruppe gewaltbereiter Offiziere, die Waffen und Munition sammeln, um im Falle eines Bürgerkriegs auf der richtigen Seite zu kämpfen". In Illkirch waren auch Franco A. und der ebenfalls festgenommene Maximilian T. stationiert.

Nach "Spiegel"-Informationen haben interne Ermittlungen der Bundeswehr zudem ergeben, dass Ralf G. zumindest den am Dienstag festgenommenen Maximilian T. persönlich kannte".

Bei den Ermittlungen gegen Franco A. sind die Fahnder dem "Spiegel"-Bericht zufolge auf eine Anleitung zum Bombenbau gestoßen".

Darüber hinaus hätten die Ermittler auf den Datenträgern ein Werk mit dem Titel "Der totale Widerstand" entdeckt - ein Schweizer Buch aus der Zeit des Kalten Kriegs, das sich mit Widerstandsmethoden gegen eine Besatzerarmee befasst. "Gewalt war nicht nur eine letzte Option, sondern wird durchgehend als probates Mittel beschrieben", zitierte der "Spiegel" aus Sicherheitskreisen.

Der Militärische Abschirmdienst war auf Franco A. erst aufmerksam geworden, nachdem er in Österreich wegen unerlaubten Waffenbesitzes vorübergehend festgenommen worden war. Dieser hatte sich monatelang als syrischer Flüchtling ausgegeben und plante mit Komplizen offenbar einen Anschlag unter falscher Identität.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will nach der Enttarnung mutmaßlich rechtsextremer Soldaten die Bundeswehr auf eventuelle Führungsprobleme hin durchleuchten. Da ein Bild den 2015 gestorbenen SPD-Politiker in Wehrmachtsuniform zeigt, ließ die nach ihm benannte Bundeswehruniversität Hamburg sein Konterfei aus dem Flur eines Studentenwohnheims entfernen. Zudem finden sich in dem Liederbuch Kompositionen und Texte von NS-Ideologen. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete, stehen vor allem die Lieder "Schwarzbraun ist die Haselnuss", das "Panzerlied" oder das "Westerland-Lied" in der Kritik.

Related:

Comments

Latest news

Donald Trump warnt Comey per Tweet vor Preisgabe von Informationen
Einige demokratische Politiker vermuten, dass Trump Comey entlassen haben könnte, um diese Ermittlungen zu torpedieren. Es handele sich um eine "höchst bedeutende Untersuchung", sagte McCabe vor dem Ausschuss in Washington.

Wer kennt diese Schläger?: Suchaufruf der Polizei
Fahrgäste zogen den Verletzten sowie seine ebenfalls 33 Jahre alte Begleiterin in einen Waggon der bereits eingefahrenen U-Bahn. Wie die Polizei am Donnerstagmittag vermeldete, sollen die zwei Tatverdächtigen in den frühen Morgenstunden des 4.

Tarife: Sorge um Beschäftigung bei Schmitz Cargobull in Toddin
Die Produktion solle an die Unternehmensstandorte in Litauen und Gotha verlagert werden, berichtete Betriebsrat Jens Kruszona. In Toddin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) steht das Werk von Schmitz-Cargobull vor der Schließung.

Fußball Führungsduo des 1.FC Köln verlängert Verträge
Schmadtke, seit Juli 2013 im Verein, betonte, Kontinuität könne "ein Aspekt einer erfolgreichen Zusammenarbeit sein". FC Köln hat die Verträge mit Manager Jörg Schmadtke und Finanzchef Alexander Wehrle bis 2023 ausgeweitet.

Lippenleser sicher: Das hat Torres zu Ronaldo gesagt!
Es war eine der heiß diskutierten Szenen beim Champions League-Halbfinale zwischen Atletico und Real. "Gute Nachrichten, es ist". Ronaldo entgegnete dazwischen: "Ab nach Hause mit dir, Dummkopf", begleitet von einem breiten Grinsen.

Other news