Umfrage: Große Mehrheit findet Macron in TV-Duell überzeugender

Präsident François Hollande mit seinem Nachfolger Emmanuel Macron diese Woche in Paris

Macron-Unterstützer hielten vor der Kirche Plakate hoch.

Das Wahlwochenende wurde von der Veröffentlichung zahlreicher interner Dokumente aus dem Wahlkampf-Team Macrons überschattet. Wer hinter dem Cyberangriff steckt, blieb unklar. Macrons Bewegung sprach von einer "massiven und koordinierten" Destabilisierungskampagne. Sie warnte Medien davor, über Inhalte aus den Unterlagen zu berichten.

Die zur besten Sendezeit übertragene TV-Debatte eröffnete Le Pen mit einem harten Angriff auf den Ex-Wirtschaftsminister, der früher für die Investmentbank Rothschild gearbeitet hatte. Schon zuvor hatte sie behauptet, Macron sei ein "Kandidat der Unterwerfung" unter Deutschland, der sich seine Order in Berlin abhole. "Ich habe nicht die Sorge, dass sie die Wahl gewinnt", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Dort hatten Wikileaks-Veröffentlichungen kurz vor der Wahl im November der favorisierten Demokratin Hillary Clinton schwer zugesetzt. Letztlich verlor sie die Wahl im November überraschend. Die aus dem Rennen ausgeschiedenen Kandidaten Francois Fillon von den Konservativen und Benoit Hamon von den Sozialisten haben ihren Anhängern empfohlen, am Sonntag für Macron zu stimmen.

Le Pen will den Euro aufgeben und zum früheren Verrechnungssystem nationaler Währungen (ECU) zurückkehren.

Das teilte Macrons Wahlkampfteam in der Nacht zum Samstag mit. In Deutschland haben sich sowohl Kanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz klar für Macron ausgesprochen.

Eine Mehrheit der Zuschauer fand Macron laut einer Umfrage in der Debatte überzeugender als Le Pen.

Ein Nutzer schrieb auch: "Entführungs-Alarm: Wir suchen die beiden Journalisten, die seit 21 Uhr verschwunden sind".

Bereits Mitte der Woche hatte es in sozialen Netzwerken Gerüchte gegeben, dass Macron ein Konto in einem Steuerparadies habe.

Macron war nach dem einzigen TV-Duell mit Le Pen im Aufwind. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete umgehend Vorermittlungen ein. 34 Prozent entschieden sich für Le Pen. Macron stehe für eine Politik, die den Unmut in Frankreich steigern werde.

Webseite von Le Pens Wahlkampagne, Frz.

Frankreichs Präsidentenwahl ist eine Richtungsentscheidung.

Sachargumente spielten nur eine Nebenrolle, statt dessen bekamen die Franzosen vor allem von Le Pen im Wesentlichen Halbwahrheiten und Floskeln aus der Abteilung Attacke zu hören.

Zahlen der Statistikbehörde Insee zu den Wahlberechtigten, Frz. Dazu die wichtigsten Fragen und Antworten.

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