Untreueverdacht bei VW - Staatsanwaltschaft ermittelt

VW-Werk

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt wegen des Verdacht der Untreue gegen mehrere aktuelle und ehemalige Topmanager.

"Ich kann bestätigen, dass bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig aktuell ein Verfahren wegen des Anfangsverdachts der Untreue im Zusammenhang mit der Aufwandsentschädigung für Betriebsratstätigkeit geführt wird", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der "Wolfsburger Allgemeinen". Zuvor hatte die "Braunschweiger Zeitung" darüber berichtet.

In anderen Medien heisst es, dass die Höhe der Vergütung von Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh im Zentrum der Ermittlungen stehe.

Zum genauen Kreis der Beschuldigten wollte die Staatsanwaltschaft wegen des laufenden Verfahrens keine Angaben machen.

Nach Informationen der "Braunschweiger Zeitung", die zuerst über den Fall berichtete, soll es eine Anzeige die Ermittlungen ins Rollen gebracht haben. "Insbesondere geht Volkswagen davon aus, dass die vom Unternehmen festgelegte Vergütung des Konzernbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh in jeder Hinsicht mit den rechtlichen Vorgaben im Einklang steht", betonte der VW-Sprecher. Man sei fest davon überzeugt, dass die bei Volkswagen geltenden Regelungen dem Betriebsverfassungsgesetz entsprechen würden. Die Eingruppierung etwa von Betriebsratschef Osterloh sei korrekt erfolgt. Osterloh war in den vergangenen Jahren immer wieder angeboten worden, in das VW-Management zu wechseln. Aus dem VW-Betriebsrat hieß es, man sei über die Untersuchung der Staatsanwaltschaft informiert - halte das Vorgehen des Konzerns aber für rechtens. "Wir gehen deshalb davon aus, dass gegenüber der Staatsanwaltschaft überzeugend dargelegt wird, dass die internen Regelungen sowie die konkrete Vergütung rechtskonform sind".

Osterloh werde vergleichbar zu Bereichsleitern vergütet. Zuletzt hatte er den Posten des Personalvorstandes abgelehnt - ein Posten, der ihm jährlich ein Millionengehalt gesichert hätte. "Stattdessen hat er sich dafür entschieden, sich weiterhin für die Belegschaften einzusetzen". Gerade in den nächsten Jahren, die für die Beschäftigten von großen Unsicherheiten und Umbrüchen geprägt seien, sei dies wichtig.

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