Vierte Kraft im Telekommarkt: United Internet schluckt Drillisch

Will starke vierte Kraft am deutschen Telekom Markt schmieden United-Internet-Chef Ralph Dommermuth

Die Übernahme des Mobilfunkunternehmens Drillisch durch den Telekomkonzern United Internet stößt an der Börse auf positive Resonanz: Aktien von Drillisch schossen am Freitag um bis zu 11,3 Prozent auf ein Rekordhoch von 54 Euro und lagen damit deutlich über dem von United gebotenen Übernahmepreis von 50 Euro je Aktie.

Drillisch ist für United Internet vor allem wegen seines langfristigen Zugangs zum Mobilfunknetz von Telefonica in Deutschland attraktiv. 1&1 bewertet man dabei nach Unternehmensangaben mit 5,85 Milliarden Euro. Insgesamt versucht United Internet mit dieser Strategie sich gegen die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica zu positionieren. Zu Drillisch gehören Marken wie smartmobil.de, yourfone und simply.

FrankfurtBörsianer jubeln über den Schulterschluss von Drillisch und United Internet.

Die Umsetzung soll über zwei Kapitalerhöhungen von Drillisch gegen Anteile an 1&1 Telecommunication SE als Sacheinlage erfolgen.

Die Drillisch-Aktien schnellten zuletzt um 10,93 Prozent auf 53,84 Euro hoch. Gleichzeitig wird Drillisch zwar als eigenständige und börsennotierte Gesellschaft erhalten bleiben, aber unter dem Dach der 1&1-Mutter United Internet agieren. Kosten: 2,2 Milliarden Euro. United Internet will Drillisch übernehmen.

"Mit dem Zusammenschluss von 1&1 Telecommunication und Drillisch formen wir einen leistungsfähigen Telekommunikations-Komplettanbieter unter dem Dach von United Internet". Gemeinsam haben United Internet und Drillisch mehr als 12 Millionen Kundenverträge und machten 2016 einen Umsatz von über 3,2 Milliarden Euro. Das Geschäft mit Geschäftskunden und anderen Telekommunikationsanbietern (Wholesale) wird laut Grundsatzvereinbarung weiterhin von 1&1 Versatel geführt und ist nicht Bestandteil der angedachten Transaktion. Schon im Jahr 2020 sollen so jährlich circa 150 Millionen Euro erwirtschaftet werden; bis 2025 sollen die Synergien dann auf jährlich etwa 250 Millionen Euro ansteigen. Erst vor Kurzem hat das Unternehmen den größten europäischen Konkurrenten Strato für rund 600 Millionen Euro gekauft. Zusammen mit Drillisch sei es möglich, künfig die komplette Produktpalette auf Basis heutiger und künftiger Netztechnologien aus einer Hand anzubieten. Die Synergien resultieren insbesondere aus einem gemeinsamen Hardware- und Vorleistungseinkauf, einer effizienteren Nutzung der Drillisch zur Verfügung stehenden Netzkapazitäten, einem Ausbau des 1&1*-Produktportfolios durch Zukunftstechnologien und einer breiteren Produktpalette für die Drillisch-Ladengeschäfte.

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