Volkswagen hat bisher knapp fünf Millionen Autos umgerüstet

VW lädt seine Anteilseigner zum jährlichen Aktionärstreffen nach Hannover ein

Volkswagen lehnt einen ausführlichen Bericht zu den Ermittlungsergebnissen der Anwaltskanzlei Jones Day zum Diesel-Abgasskandal weiter ab.

VW hatte die Kanzlei Jones Day im Herbst 2015 damit beauftragt, die Hintergründe des Dieselskandals zu ermitteln und angekündigt, die Ergebnisse bekanntzugeben. VW hatte im Januar in einem "Statement of Facts" gegenüber dem Justizministerium in Washington Fehlverhalten eingeräumt und eine Strafe von 4,3 Milliarden Dollar akzeptiert. Damit drohten laut Pötsch unvertretbare rechtliche Risiken, wenn das Unternehmen einen Bericht veröffentlichen würde. Der Verweis auf das Statement of Facts sei inhaltlich unzureichend und nahezu beleidigend, sagte der Experte für ordnungsgemäße Unternehmensführung, Christian Strenger. Einen schriftlichen Abschlussbericht werde es nicht geben: "Alles andere wäre für Volkswagen unvertretbar riskant". Bis 2022 investiere Volkswagen zehn Milliarden Euro in diese Technologien.

Die Kritik, dass VW bei der Suche nach Verantwortlichen für den Abgasskandal nicht offen genug sei, war auf der insgesamt ruhigen Hauptversammlung das zentrale Thema für viele Anleger. Der Fondsmanager Andreas Thomae von Deka Investment vermutete, dass die Ergebnisse der Untersuchungen wohl unter Verschluss gehalten würden, weil sie VW nicht gefielen.

Müller kündigte zudem an, dass Volkswagen im laufenden Jahr besser abschneiden wolle als im Vorjahr.

Im vergangenen Jahr war Volkswagen trotz der milliardenschwerer Kosten in die Gewinnzone zurückgekehrt: Im ersten Quartal verdiente der Konzern vor allem dank starker Geschäfte in Westeuropa deutlich mehr, unter dem Strich blieben 3,4 Milliarden Euro Gewinn in der Kasse - ein Plus von fast 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch in diesem Jahr dürften daher auf der Hauptversammlung bohrende Fragen zur Aufarbeitung des Skandals und zu den Anlegerklagen gestellt werden. Aber Europas größter Autobauer ist weit davon entfernt, Diesel-Gate hinter sich zu lassen, der Betrug bei Abgaswerten von Millionen Autos zieht sich wie ein roter Faden durch die Hauptversammlung an diesem Mittwoch. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 10,3 Prozent auf 56,2 Milliarden Euro.

Bei der Hauptversammlung in Hannover wurde Konzernchef Müller mit rund 99 Prozent der abgegebenen Stimmen das Vertrauen ausgesprochen. "Das soll und muss auch in der Dividende zum Ausdruck kommen", sagte er.

Laut Müller würden moderne Verbrennungsmotoren auf absehbare Zeit trotz allem unverzichtbar bleiben.

Volkswagen hat weltweit knapp die Hälfte der manipulierten Dieselmotoren aus dem Konzern umgerüstet. Pötsch betonte, Volkswagen habe aus der Diesel-Krise gelernt: Aufsichtsrat und Vorstand wollten die Aufklärungsarbeit "entschlossen vorantreiben".

Der Verdacht: Marktmanipulation im Abgas-Skandal.

Unter Druck: Gegen den VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch (l.) und gegen den VW-Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller ermittelt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Ein Porsche-Sprecher sagte NDR 1 Niedersachsen, das Unternehmen habe keine Kenntnis von möglichen Ermittlungen. Der Klassiker stand am Mittwoch im Zentrum der Speisekarte: 2.900 Currywürste aus der eigenen Metzgerei habe der Konzern für die Anteilseigner im Angebot, sagte ein VW-Sprecher in Hannover. So bekam der ehemalige Konzernchef Martin Winterkorn zu Spitzenzeiten 17,5 Millionen Euro für ein Jahr Arbeit. Und auch Getränke sind da, nämlich 5600 Liter Kaltgetränke und 3400 Liter Kaffee.

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