Bislang rege Beteiligung bei NRW-Landtagswahl

Es ist ein politisches Erdbeben - und eine Katastrophe für SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Seit 8 Uhr sind im bevölkerungsreichsten Bundesland die Wahllokale geöffnet.

Die NRW-Wahl gilt als wichtigster Stimmungstest, da jeder fünfte Wähler bundesweit in dem Land zu Hause ist. Mit 7,5 Prozent zieht nach den Angaben erstmals die AfD in den Düsseldorfer Landtag ein. Nach zwei CDU-Siegen bei den Wahlen im Saarland und in Schleswig-Holstein hoffen die Sozialdemokraten und ihr Kanzlerkandidat Martin Schulz auf eine Trendwende. Dahinter folgt die FDP mit 12,0 Prozent.

CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet wählte am Vormittag in Aachen. Die bislang an der Regierung beteiligten Grünen stürzen demnach auf 6,0 Prozent ab. Die Linkspartei musste bei 5,0 Prozent zittern, ob ihr dieses Mal der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde gelingt.

SPD setzt auf hohe Wahlbeteiligung und gibt sich siegessicher SPD und CDU liefern sich vor der NRW-Landtagswahl am Sonntag Umfragen zufolge ein Kopf-an-Kopf-Rennen, nachdem die CDU in den letzten Wochen stark aufgeholt hat. Die Liberalen erringen 23 Mandate, die Grünen 11, die AfD 14 und die Linke 9. Das waren fünf Prozentpunkte mehr als bei der Landtagswahl 2012.

Egal wie das Ergebnis sein wird: Auch nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen wird die Berliner große Koalition weiter über keine eigene Mehrheit im Bundesrat verfügen.

Die Liberalen erzielten in NRW unter Führung ihres Bundes- und Landesvorsitzenden Christian Lindner das beste Ergebnis seit über 50 Jahren. Die AfD ist nun in 13 von 16 Landtagen vertreten.

Die Anstiege im vergangenen Jahr fielen in eine Zeit, in der die Themen Flüchtlinge und innere Sicherheit intensiv diskutiert wurden. Eine Regierungsmehrheit ohne die Nichtwähler wäre so nur in einer Koalition der verbleibenden Parteien - CDU, SPD und FDP - möglich. Die CDU dürfte sich auch gegen einen Verbleib von SPD-Innenminister Ralf Jäger im Kabinett aussprechen, der unter anderem wegen der Gewalt in der Kölner Silvesternacht und des Umgangs mit dem späteren Terroristen Anis Amri in der Kritik steht. SPD-Kanzlerkandidat Schulz hatte sich im NRW-Wahlkampf stark engagiert, sich zugleich aber auf bundespolitischer Bühne zurückgehalten. In den letzten Meinungsumfragen lieferten sich die SPD von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und die oppositionelle CDU mit Spitzenkandidat Armin Laschet ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Linke verpasste 2012 mit 2,5 Prozent den Einzug in den Landtag deutlich.

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