Internet: Nach Cyber-Attacke: Bahn-Anzeigetafeln bleiben noch gestört

Mindestens 16 britische Krankenhäuser wurden durch eine Cyber Attacke lahmgelegt

Wer steckt hinter "Malware Tech", also dem Blog-Betreiber, der den weltweiten Cyber-Angriff mit Erpressungssoftware stoppte? Laut Unternehmen müssen Techniker die Software an jedem einzelnen Rechner, der die Tafeln steuert, reparieren. Es gebe keinen zentralen Server.

Ein Bahnsprecher sagte, dass die betroffenen digitalen Anzeigetafeln "noch einige Zeit" gestört bleiben würden.

Seit Freitag waren weltweit Zehntausende Computer von einer großangelegten Attacke mit sogenannten Erpressungstrojanern betroffen. Krankenhäuser mussten Operationen verschieben, Patienten in andere Klinken gebracht oder in der Notaufnahme abgewiesen werden, Angestellte konnten nicht mehr auf Akten zugreifen. Der Zugverkehr verlief während der Ausfälle am Freitagabend und am Samstag normal. Schwerpunkte lagen in Großbritannien, Russland und der Ukraine. In Großbritannien wurden Krankenhäuser lahmgelegt, in Spanien war der Telekom-Konzern Telefonica betroffen und in den USA den Versanddienst FedEx. Im russischen Innenministerium erwischte es 1000 Computer.

In Schweden waren 70 Computer der Gemeinde Timra betroffen, hieß es auf der Webseite der Verwaltung. Auch die Technik zur Videoüberwachung war einem Sprecher des Bundesinnenministeriums zufolge betroffen. Die Schadsoftware verschlüsselt die Rechner und fordert Lösegeld, um sie wieder freizugeben.

Neu an dem Angriff von Freitag war, dass der Erpressungstrojaner von alleine neue Computer ansteckte, ohne dass ein Nutzer etwa auf einen präparierten Link klickte. Die Netze anderer russischer Behörden hätten dem Angriff aber standgehalten, hieß es. Man sei von Hackern attackiert worden, die Lösegeld gefordert hätten, bestätigte ein Firmensprecher. Die Angreifer haben straffe Fristen gesetzt: Zunächst wollten sie 300 Dollar (275 Euro) für die Entsperrung, ab diesem Montag das doppelte - und am Freitag (19. Mai) werden alle Daten angeblich gelöscht. "Dort werden viele sensible Daten verarbeitet".

Die Waffe der Angreifer war Experten zufolge die Schadsoftware "Wanna Decryptor", auch bekannt als "Wanna Cry".

Der Angriff über die Windows-Sicherheitslücke habe zu gut funktioniert, um aufzugeben. Das Schlupfloch hatte bereits der US-Geheimdienst NSA entdeckt, später wurde es dann von Hackern öffentlich gemacht.

Daraufhin veröffentlichte Microsoft ein Update, um die Lücke zu schließen. BSI-Präsident Arne Schönbohm bezeichnete den Angriff vor diesem Hintergrund nicht zufällig als "erneuten Weckruf". "Vielleicht nicht am Wochenende, aber möglicherweise am Montagmorgen", sagte der 22-Jährige, der weiterhin anonym bleiben will, dem Sender BBC. Alles was er über IT-Sicherheit wisse, habe er sich selbst beigebracht, erzählt der junge Mann dem britischen "Guardian".

Die Attacken trafen am Freitag Zehntausende Computer von Unternehmen, Behörden und Verbrauchern. Nutzer sollten jetzt erst recht die aktuellen Update aufspielen. In Deutschland übernahm das Bundeskriminalamt am Samstag die Ermittlungen. Die EU-Polizeibehörde Europol betonte, die Suche nach den Verantwortlichen werde eine "komplexe internationale Untersuchung" erfordern.

Europol-Direktor Rob Wainwright sprach von einer Bedrohung, die eskalieren könne.

De Maizière erklärte, dass sich die Bundesregierung "mit unserer Cybersicherheitsstrategie und dem IT-Sicherheitsgesetz" auf dem richtigen Weg befinde. Damit könnte ihnen ein Geldregen bevorstehen: Laut einer Studie der IT-Sicherheitsfirma Symantec zahlte im vergangenen Jahr rund jeder dritte Betroffene.

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