Wahlsieger Macron will gespaltenes Frankreich einen

Wojazer

"Frankreich hat nun einen Präsidenten, der die besten Voraussetzungen mitbringt, um die Wirtschaft Frankreichs zu erneuern und Europa zu reformieren", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher.

"Seba W" greift auf das selbe sprachliche Bild zurück und hat eine kulinarische Erklärung für Marine Le Pens Niederlage: "Macrons kann man essen". Macron will als neuer Präsident die soziale Spaltung Frankreichs beenden.

Paris/Düsseldorf. Ob der neue Präsident sein Programm jemals umsetzen kann, hängt von den Parlamentswahlen ab.

Der Ausgang der Wahl ist nicht nur wegweisend für die französische Politik der kommenden Jahre. Die Abgeordneten der Nationalversammlung werden direkt am 11. Juni 2017und wenn nötig in einem zweiten Wahlgang am 18. Juni 2017 gewählt. Die Stichwahl um das Präsidentenamt hatte er mit gut 66 Prozent der Stimmen klar für sich entschieden. Der US-Präsident ist in der Vergangenheit öfter mit falschen Aussagen aufgefallen. Von 1997 bis 2002 war die Konstellation genau anders herum. Das sei zwar nicht populär, aber notwendig: "Für mich ist Macron eine Art französischer Schröder".

Auch der Sprecher der katholischen Französischen Bischofskonferenz, Olivier Ribadeau Dumas, äußerte sich auf Twitter zu Macron: "Unsere Wünsche und Gebete begleiten ihn auf seiner schweren Mission im Dienste Frankreichs und zum Wohl der Gemeinschaft". Macrons Partei ändert ihren Namen von En Marche! zu La Republique En Marche. Diese schränkt jedoch den Handlungsspielraum des Präsidenten ein und erschwert die Umsetzung seiner Ziele. Sie können mit mehr als 200 Sitzen rechnen und werden damit eine machtvolle Rolle spielen. Für eine Politikerin rechter Gesinnung, die ihre Stimmen mit dem Schüren von Ängsten gesammelt hat, ein beachtliches und gleichzeitig erschreckendes Ergebnis.

Im ersten Wahlgang stimmen die Franzosen mit dem Herzen, im zweiten mit dem Kopf, lautet ein französisches Sprichwort. "En Marche!" sprach von einer "massiven und koordinierten" Attacke.

Der 39-jährige Pro-Europäer Macron hatte bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag einen klaren Sieg gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen erzielt. Beobachter gehen davon aus, dass Emmanuel Macron keine stabile Mehrheit erreichen wird. Macron hofft, dass er dank des Elans der Präsidentenwahl eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung bekommt. "En Marche!" erhob den Vorwurf, Ziel des Hacker-Angriffs sei eine Destabilisierung der Demokratie. "Dadurch werden die gesellschaftlichen Probleme und Spannungen, die vor allem die Jungen täglich erleben, nicht im politischen Personal abgebildet und von den Eliten nicht wahrgenommen". Beobachter bezweifeln jedoch, dass er die für harte Reformen erforderlichen Mehrheiten beschaffen könnte.

Macron kündigte an, kurz nach seiner Amtsübernahme nach Berlin reisen zu wollen, um dort Bundeskanzlerin Angela Merkel zu treffen. Sie verweist auch auf den zu erwartenden Mobilisierungseffekt der Gewerkschaften im Herbst gegen zu starke Einschnitte in das Arbeits- und Sozialrecht. Frankreich wird seit 2015 von einer Terrorwelle erschüttert, knapp 240 Menschen wurden ermordet. Am Sonntag (14. Mai) läuft die Amtszeit von Präsident François Hollande ab, spätestens dann muss das Amt übergeben werden. Dass Macron wie Hollande das Parlament einfach mit Dekreten übergehen könnte, gilt bei Beobachtern in Paris als ausgeschlossen.

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