Atlético hofft auf ein Fußball-Wunder

Titelverteidiger Real Madrid steht wie 2016 im Finale der UEFA Champions League. Kurz zuvor war sein Team bei Stadtrivale Atletico trotz einer 1:2-Niederlage mit einem Gesamtskore von 4:2 ins Champions-League-Endspiel vom 3. Juni in Cardiff eingezogen. Trotz einer komfortablen 3:0-Führung aus dem Hinspiel wackelte Real nach 20 Minuten bedenklich - weil Saúl Ñíguez (12.) und Torjäger Antoine Griezmann (16./Foulelfmeter) die tapferen Gastgeber in Führung schossen. "Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen können", betonte Atlético-Trainer Diego Simeone vor dem Halbfinal-Rückspiel am Mittwochabend (20:45 Uhr) im heimischen Vicente-Calderón-Stadion, das vor dem Abriss im Sommer zum letzten Mal Europacupschauplatz ist. So war es beim 2:0, als Varane Atléticos Fernando Torres ungeschickt genug attackierte, dass der Penaltypfiff unvermeidlich war. Entsprechend ausgelassen feierten die Spieler von Real Madrid das Weiterkommen gegen Atlético - zunächst im Regen nach dem Spiel auf dem Platz, anschließend in der Kabine. Real Madrid (0:1). Ein Jahr zuvor waren die Turiner gegen Borussia Dortmund als Verlierer vom Feld gegangen (1:3). Zur Körperlichkeit, die auch Atlético auszeichnet, gesellt sich die spielerische Klasse älterer Herrschaften, die masslos effizient sind.

Griezmann und Co. versuchten zwar weiter mit unbändigem Einsatz, das Wunder wahr zu machen, bis auf eine Doppelchance durch den eingewechselten Gameiro und Carrasco, die Real-Keeper Navas in der 66.' zunichte machte, sprang aber aus den Bemühungen nicht mehr heraus.

"Eine magische Bewegung hat unseren Traum zerstört", sagte Gabi später. Real fand besser in die Partie, die in dieser Phase hektisch und von vielen rustikalen Zweikämpfen geprägt war.

Vorausgegangen war dabei eine "barbarische Einzelaktion" ("AS") von Karim Benzema, der drei Gegenspieler austanzte und auf Kroos ablegte.

Der Mannschaft von Trainer Zinedine Zidane gab der Treffer dagegen zusätzliche Sicherheit. Es käme einem Fußballwunder gleich, wenn Atlético diesen Rückstand im heimischen Stadion noch aufholen würde. Den Schuss des Nationalspielers, der "bis zum Umfallen kämpfte und seine Mannschaftskameraden bei Defensivaufgaben unterstützte, wann immer er konnte" ("Sport"), staubte Isco ab. Vor allem die Strippenzieher im Mittelfeld - Casemiro, Kroos und Luka Modrić - ließen den Ball clever zirkulieren. Dafür müsste der derzeit am Oberschenkel verletzte Juve-Star Khedira jedoch rechtzeitig wieder fit werden.

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