CDU siegt, SPD abgestraft - Kraft tritt zurück

Die SPD von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat mit einer spektakulären Wahlniederlage die Macht in ihrem Stammland Nordrhein Westfalen verloren

Somit hat die SPD in allen drei Landtagswahlen in diesem Jahr verloren und zudem zwei Ministerpräsidentenposten verloren.

Ob es sogar für eine eigene schwarz-gelbe Mehrheit von CDU und FDP reichen könnte, war am frühen Sonntagabend noch offen. Auch er zeigte sich als SPD-Chef verantwortlich für das Debakel im Stammland der Sozialdemokraten. Nach massiven Verlusten bei den beiden vorherigen NRW-Wahlen gelang der CDU nach der Analyse der Forscher ein Rückgewinn von Sachkompetenz und Reputation.

Laschet holte das Direktmandat in seinem Wahlkreis Aachen II mit knappem Vorsprung vor der SPD-Kandidatin.

Rund 13,1 Millionen Bürger waren in Nordrhein-Westfalen zur Wahl des neuen Landtags aufgerufen.

CDU-Wahlsieger Laschet kündigte an, er wolle mit allen "demokratischen Parteien" sprechen. Damit ist in Nordrhein-Westfalen rechnerisch in jedem Fall eine große Koalition, ein Ampel-Bündnis oder eine sogenannte Jamaika-Koalition möglich.

Die CDU verdankt ihren Wahlsieg in NRW nach einer ersten Analyse von Wahlforschern guten Kompetenzwerten, Schwächen des politischen Gegners und deutlichem Rückenwind aus der Bundespolitik. "Ich bin nicht der Wunschkoalitionspartner von Herrn Laschet und er nicht meiner", sagte er in der ARD. Kraft schloss ihrerseits Rot-Rot-Grün aus.

Nach der Abwahl der rot-grünen NRW-Landesregierung analysieren die Parteien in Berlin und Düsseldorf am Montag die Ergebnisse. Daran hätten auch die Grünen ihren Anteil. FDP-Landes- und Bundeschef Christian Lindner erklärte angesichts des besten Landesergebnisses seit über 50 Jahren, die Liberalen peilten Koalitionsverhandlungen mit der CDU an: "Wir stehen für Gespräche zur Verfügung".

Die Piratenpartei verpasste mit nur noch rund einem Prozent klar den Wiedereinzug ins Landesparlament. SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft trat vom Amt der SPD-Landeschefin zurück. Infratest dimap sieht die Wahlbeteiligung bei 65,5 Prozent und damit deutlich höher als 2012, als sie bei 59,6 Prozent lag. Ihr Landtagsmandat will sie aber wahrnehmen. Nach den jüngsten Erfolgen sei auch mit einem Comeback der FDP im Bund zu rechnen. Die FDP hatte sich in NRW auf 11,9 bis 12,2 Prozent verbessert.

Related:

Comments

Latest news

Wirtschaft: Naspers steigt bei Rocket-Internet-Beteiligung Delivery Hero ein
Einem Bericht des "Manager Magazins" zufolge peilt Östberg dabei eine Bewertung von rund 3,5 Milliarden Euro an. Delivery-Hero-CEO Niclas Östbergs Firma ist nach der Naspers-Investition jetzt rund 3,5 Milliarden Euro wert.

Fußball: Hannover und Stuttgart vor Aufstieg
Zudem tritt Bielefeld bei Dynamo Dresden an und Würzburg hat die schwere Aufgabe in Stuttgart vor der Brust. Zwei Zähler mehr hat 1860 München nach einem 1:2 (1:1) gegen den VfL Bochum auf dem Relegationsplatz 16.

Jemen: Zahl der Choleratoten auf 115 gestiegen
Mindestens 51 Menschen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit Ende April an Cholera gestorben. Tagelang lagen verrottende Abfälle in den Straßen, die Müllwerker verlangten die Auszahlung ausstehender Löhne.

HD-Gesprächsqualität - Telekom: Noch besseres Klangerlebnis mit HD Voice Plus
Die Technik soll ein Telefongespräch über LTE erlauben, das von einem normalen Vier-Augen-Gespräch kaum noch zu unterscheiden ist. Durch die Technologie wird die Sprache von der bisher üblichen 7 kHz-Frequenz auf den Frequenzbereich bis zu 20 kHz erweitert.

Solarworld stellt Insolvenzantrag: Ungewissheit für tausende Mitarbeiter
In der kommenden Woche will sich ein Aussschuss des Thüringer Landtags mit der Situation und möglichen Perspektiven befassen. Am Freitag stellten unter anderem auch die Solarworld-Töchter in Sachsen und Thüringen Insolvenzanträge.

Other news