CDU steht nach SPD-Wahldebakel vor Regierungsübernahme in NRW

Gratulation FDP-Chef Christian Lindner und der CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet im Düsseldorfer Landtag

Düsseldorf/Berlin. CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet kann Ministerpräsident werden. Neben SPD, CDU, Grünen und FDP haben den Umfragen zufolge auch Linke und AfD Chancen auf den Einzug in den Landtag. Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Hofreiter, forderte seine Partei im "Kölner Stadt-Anzeiger" auf, angesichts des schlechten Ergebnisses inhaltlich klarer zu werden. Die SPD erhielt 31,2 Prozent. Die Rechspopulisten hatten zuvor auch im Saarland und in Schleswig-Holstein den Sprung in den Landtag geschafft.

- Ein weiterer Wahlsieger ist die FDP, die mit mehr als 12 Prozent ein Rekordergebnis einfuhr. Viertstärkste Parlamentspartei wird mit 7,3 Prozent die AfD. Die bislang an der Regierung beteiligten Grünen stürzten demnach auf 6,0 Prozent ab. Die Konservativen gewannen im Vergleich zu 2012 rund acht Prozentpunkte hinzu und lagen bei insgesamt 34,3 Prozent. Mit 7,6 bis 7,7 Prozent zieht nach den Angaben erstmals die AfD in den Düsseldorfer Landtag ein.

Kraft erklärte nach dem Wahldebakel ihren Rücktritt als NRW-Landeschefin der SPD sowie als Parteivize im Bund. Die CDU dürfte sich auch gegen einen Verbleib von SPD-Innenminister Ralf Jäger im Kabinett aussprechen, der unter anderem wegen der Gewalt in der Kölner Silvesternacht und des Umgangs mit dem späteren Terroristen Anis Amri in der Kritik steht. Sie wolle eine "gute Wahlkreisabgeordnete" sein, sagte sie der ARD. Für SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ist es der bisher härteste Tiefschlag seit seiner Nominierung Anfang des Jahres. Auch er zeigte sich als SPD-Chef verantwortlich für das Debakel im Stammland der Sozialdemokraten. "Wir müssen überlegen, was war mein Anteil daran", sagte Schulz, auch wenn vor allem über Landespolitik abgestimmt worden sei.

"Wir haben zwei Wahlziele gehabt: Rot-Grün beenden und stärkste Partei zu werden - beides ist gelungen", freute sich dagegen CDU-Spitzenkandidat Laschet. Für Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel bedeuten die Aufholjagd und der Sieg der Union in NRW hingegen starken Rückenwind für die Bundestagswahl im September.

Die Liberalen erzielten in NRW unter Führung ihres Bundes- und Landesvorsitzenden Christian Lindner das beste Ergebnis seit über 50 Jahren. "Ich bin nämlich nicht der Wunsch-Koalitionspartner von Herrn Laschet und er nicht meiner", sagte Lindner. Die CDU habe Wahlkampf gegen die FDP geführt. Damit wäre eine Koalition aus CDU und FDP mit zusammen 91 (ZDF) oder 92 Sitzen (ARD) möglich, hieß es am Sonntag.

Grünen-Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann kündigte den Verzicht auf jedes Amt an. Rot-Grün sei abgewählt worden, "da gibt es nichts zu beschönigen".

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