Cyber-Attacke: Britisches Gesundheitssystem ringt mit Folgen

Mindestens 16 britische Krankenhäuser wurden durch eine Cyber Attacke lahmgelegt

In Deutschland wurden Computer der Deutschen Bahn und des Logistikkonzerns Schenker erfasst.

Die Software immer auf dem neuesten Stand halten, ist heutzutage die absolute Mindestanforderung, betont Rüdiger Trost von der IT-Sicherheitsfirma F-Secure.

Der Angriff über die Windows-Sicherheitslücke habe zu gut funktioniert, um aufzugeben.

Die weltweite Cyber-Attacke ist in der Nacht zum Samstag durch einen glücklichen Zufall von einem einzelnen IT-Forscher gestoppt worden. "Da ist viel Geld im Spiel". Beim Zugverkehr gab es nach Angaben der Deutschen Bahn aber keine Einschränkungen. Es sei kein großer technischer Aufwand, den Software-Code zu ändern und eine neue Angriffswelle zu starten. Im Februar 2016 traf eine derartige Attacke mehrere Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen. "Viele dieser Opfer sind Unternehmen, darunter große Firmen". "Die Zahlen steigen und ich bin besorgt, wie die Zahlen sich weiter steigern werden, wenn die Menschen am Montag wieder an ihre Arbeitsplätze gehen und ihre Computer einschalten", sagte Wainwright.

Die Attacke hat nach Einschätzung der europäischen Polizeibehörde Europol ein bisher "beispielloses Ausmaß". Die Software der Hacker verschlüsselt alle Daten auf dem befallenen Rechner. Der Schritt sei "Teil von Schutzmaßnahmen, um eine Ausbreitung der Schadsoftware zu verhindern", sagte ein Firmensprecher der Nachrichtenagentur AFP am Samstag. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rief alle Betroffenen auf, sich bei der Behörde zu melden, "um einen möglichst vollständigen Überblick über die Lage zu bekommen".

Tausende Unternehmen und Verbraucher stehen unterdessen vor der Frage, ob sie in Kauf nehmen, dass ihre Daten in wenigen Tagen unwiederbringlich verloren gehen könnten - oder ob sie das geforderte Lösegeld bezahlen. Wer bis zum 15. Mai nicht bezahlt hat, soll dann bereits 600 Dollar rausrücken - und am 19. Mai werden die verschlüsselten Daten angeblich unwiederbringlich verschwinden.

Ein Horrorszenario wie aus einem Science-Fiction-Roman: Weltweit sind im Laufe des vergangenen Freitags Krankenhäuser, Verkehrssysteme und Telefonanbieter von Hackern angegriffen worden.

Die Cyber-Attacke hat das Gesundheitssystem in Großbritannien teilweise lahmgelegt.

Der Autobauer Renault hat unterdessen die Produktion in einigen Werken in Frankreich gestoppt.

In Deutschland war die Bahn betroffen, Anzeigetafeln blieben leer, Ticketautomaten waren lahmgelegt. Auch die Technik zur Videoüberwachung war einem Sprecher des Bundesinnenministeriums zufolge betroffen. Im vergangenen Jahr waren unter anderem zwei Krankenhäuser in Deutschland von Erpressungstrojanern betroffen gewesen.

Ein Trojanerangriff im Bereich der DB Netz AG hatte Systemausfälle in verschiedenen Bereichen ausgelöst, wie die Bahn in einer am frühen Morgen verbreiteten Mitteilung erklärte. Ab wann die Auskunft wieder funktioniert, ist derzeit noch unklar. Um sich in Zukunft vor solchen Angriffen schützen zu können, soll sich nun eine Task Force mit dem Problem auseinandersetzen.

Leere Anzeigetafeln, lahmgelegte Ticketautomaten, ausgefallene Videokameras - die weltweite Hacker-Attacke hat auch die Service- und Überwachungstechnik der Deutschen Bahn beeinträchtigt.

Beim russischen Innenministerium fielen rund 1.000 Computer aus. Laut der IT-Sicherheitsfirma Kaspersky wurden diese Informationen im April von einer Hackergruppe namens "Shadow Brokers" veröffentlicht, die behauptete, die Lücke durch den NSA entdeckt zu haben. Die Netze anderer russischer Behörden hätten dem Angriff aber standgehalten, hieß es.

In Schweden waren 70 Computer der Gemeinde Timrå betroffen, hieß es auf der Webseite der Verwaltung. Die Waffe der Angreifer war jetzt Experten zufolge die Schadsoftware "Wanna Decryptor", auch bekannt als "Wanna Cry".

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