ESC-Gewinner Salvador Sobral: "Sieg für die Musik"

Levina singt für Deutschland Perfect Life

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist der diesjährige Austragungsort für den Eurovision Song Contest (ESC) mit dem Finale am 13. Mai.

Buchmacher sahen Levina vor dem Finale in Kiew zumindest im hinteren Mittelfeld.

Das Finale des 62. Eurovision Song Contests in Kiew konnte Portugal für sich gewinnen. Seit dem legendären Sieg von Lena mit "Satellite" im Jahr 2010, eine von kongenialen Entertainment-Experten Stefan Raab aufgebaute Künstlerin, ist die Bilanz schlichtweg zum Heulen. Ihren Dank richtete sie aber an Irland, das als einzige Nation in der Jury-Wertung Deutschland Punkte gab. Mit ihrem Song "Perfect Life" holte sie nur sechs Punkte, je drei von den Jurys und den Zuschauern.

Auf die Frage nach den Gründen wusste die 26-jährige Levina nach der Show in Kiew keinen Rat. "Natürlich bin ich total traurig - mit diesem Ergebnis habe ich nicht gerechnet", sagte die Sängerin einer Mitteilung des Norddeutschen Rundfunks zufolge.

Eurovision Portugal gewinnt das erste Mal den Song Contest mit einer berührenden Bossanova-Ballade. ESC 2017: Portugal holt die meisten PunkteAber Sobral holte sowohl bei den ESC-Jurys der teilnehmenden Länder als auch bei den Zuschauern die meisten Punkte: insgesamt 758. Sowohl die Fachjury als auch das Publikum verzauberte er mit der von seiner Schwester Luísa komponierten, unaufgeregten Jazzballade "Amar Pelos Dois" (Liebe für zwei) - ganz ohne Funkenregen und sonstigen Glitzerkram. Am Ende der großen Live-Show sangen die beiden den Song gemeinsam, während Goldglitter vom Hallendach rieselte.

Salvador Sobral hatte mit seiner einprägsamen Jazzstimme und einem sehr effektiven Bühnenbild gepunktet. "Ich habe nie ein Lied geschrieben, um im Radio gespielt zu werden", sagt der 27-jährige Sobral. Barfuß, mit dunklem Rock und hellem Oberteil sang sie vor vergleichsweise schlichter Kulisse alleine auf der Bühne ihren Song "Perfect Life".

Nach dem ersten Schock über den vorletzten Platz konnte Levina kurz darauf schon wieder lachen. "Das war aber eine wundervolle Erfahrung, die ich nicht vergessen werde", sagte sie. Ich hab tolle neue Leute kennengelernt, ich war hier mit dem Team zusammen und es hat super Spaß gemacht. Auf Platz 3 landete dank eines starken Publikumergebnisses Sun Stroke Project aus Moldawien mit Hey Mamma. Die deutsche Moderatorin Barbara Schöneberger bringt es trotzig auf den Punkt: "Ich weiß auch nicht, was wir noch machen sollen". Die 12 Publikumspunkte aus Deutschland erhielt hingegen Portugal.

Denn solche nationalistische Entscheidung eines Austragungslandes machen den völkerverbindenden Auftrag des ESC zur medialen Farce.

Dabei war Italien Top-Favorit. Nur eine fade Surfer-Nummer aus Spanien schafft noch einen Punkt weniger. Beim Beitrag von Aserbaidschan stand ein Mann mit Pferdekopf auf einer Leiter, und der Kandidat Kroatiens, Jacques Houdek, performte als Opern- und Pop-Sänger in einem Duett mit sich selbst.

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