Europol: Cyber-Attacke hatte "beispielloses Ausmaß"

Europol: Cyber-Attacke hatte

Zu Beginn der neuen Arbeitswoche könnte es für viele eine unangenehme Überraschung geben.

Am Sonntag wurde bekannt, dass das Ausmaß des Angriffs größer ist als zunächst angenommen: Nach Angaben von Europol traf die Attacke mindestens 150 Länder. Es gebe aber Anzeichen dafür, dass einzelne Geräte betroffen seien, sagte Pascal Lamia, Leiter der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) am Sonntagnachmittag der Nachrichtenagentur sda. Er rechnet mit noch mehr Fällen zu Beginn der neuen Arbeitswoche. Es seien komplexe internationale Ermittlungen nötig, um die Hintermänner zu finden. Der Europol-Chef hält es für wahrscheinlich, dass mehrere Personen für den Cyber-Angriff verantwortlich sind.

Die Rechner waren am Freitag von sogenannten Erpressungstrojanern befallen worden, die sie verschlüsseln und Lösegeld verlangen. Betroffen waren unter anderem mehrere Krankenhäuser in Großbritannien, die Deutsche Bahn und der Telekom-Konzern Telefónica in Spanien. Die Täter hatten demnach eine Sicherheitslücke beim Betriebssystem Windows ausgenutzt, die ursprünglich vom US-Abhördienst NSA entdeckt worden war, aber vor einigen Monaten von Hackern öffentlich gemacht wurde. Der anonyme britische Experte hatte im Code der Schadsoftware eine von den Autoren eingebaute "Notbremse" gefunden, die er auch auslöste und damit die Ausbreitung des Erpressungstrojaners vorerst stoppte. Beim russischen Innenministerium fielen rund 1000 Computer aus.

Die Waffe der Angreifer war Experten zufolge die Schadsoftware "Wanna Decryptor", auch bekannt als "Wanna Cry".

Europol-Chef Rob Wainwright sagte dem britischen Sender ITV am Sonntag, die weltweite Reichweite des Cyberangriffs sei ohne Beispiel. Verlangsamt wurde die Verbreitung auch dadurch, dass Nutzer Sicherheitsupdates installierten.

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