Formel 1: Vettel holt Pole in Sotschi

Er verwies Sebastian Vettel im Ferrari mit 0,6 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Bislang konnte man sich immer darauf verlassen, mit gesteigerter Motorleistung zumindest im Qualifying noch einen respektablen Abstand herauszuholen, doch in Sotschi half auch das nicht mehr. Der Finne war erst kurz vor der Saison als Nachfolger des zurückgetretenen Weltmeisters Nico Rosberg von Williams zu Mercedes gewechselt. Immerhin konnte Vettel als Führender in der Gesamtwertung seinen Vorsprung auf den zweitplatzierten Lewis Hamilton um 6 auf 13 Punkte ausbauen. "Good job", raunte ihm Kollege Hamilton zu, Vettel fasste ihn vor dem Podium am Ärmel: "Ist dein erster Sieg, oder?" Die Diskussion, ob Bottas die Nummer zwei hinter Lewis Hamilton ist, dürfte damit hinfällig sein. "Wenn wir sehen, wie gut der Ferrari mit diesen Pirelli unterwegs war, muss die Frage erlaubt sein, ob Vettel nicht früher damit ausgerüstet hätte werden sollen". Erstmals seit Frankreich 2008 stehen wieder beide Ferrari in der ersten Startreihe. Die weiteren deutschen Piloten, Nico Hülkenberg im Renault und Pascal Wehrlein im Sauber, wurden im Training Siebter und 19. Nach 52 Runden lag Bottas letztlich nur 0,617 Sekunden vor Vettel. Fernando Alonso schaffte nicht einmal die Formationsrunde und stellte seinen dauerhaft maladen McLaren-Honda nach erneuten technischen Problemen wenige hundert Meter vor seiner Startbox ab. "Eigentlich war von den ersten Runden an klar, auf welchem Platz ich ins Ziel kommen würde".

Im hinteren Feld kollidierten Palmer im Renault und Grosjean im Haas - für beide Fahrer war das Rennen gelaufen. Eine gewagte Taktik, aber was bleibt einem bei einem Ein-Stopp-Rennen anderes übrig? Und je geringer dieser ist, desto schwerer wird es für Mercedes, schon früh eindeutig auf Hamilton zu setzen, notfalls eben auch per Stallorder. Sebastian Vettel findet nach Platz zwei in Barcelona: „Wir waren heute absolut auf Augenhöhe mit Mercedes.

"Ich habe noch nie solche Probleme gehabt", erklärte Hamilton nach dem Rennen. In der Mercedes-Box versuchten die Ingenieure, Bottas zu beruhigen, der ja noch nie in der Position war, einen Sieg verteidigen zu müssen. Ein schwacher Trost für den Briten, konnte er doch nicht wie gewünscht attackieren.

Besonders alarmierend dabei: Russland gehörte zuletzt zu den absoluten Mercedes-Strecken: Seit der Premiere vor drei Jahren holten die Silberpfeile hier stets den Sieg. In Bahrain wurde Bottas zweimal vom Team eingebremst, um Hamilton die Chance zu ermöglichen, mit Vettel um den Sieg zu kämpfen.

Entsprechend wütend hatte er auch noch am Steuer reagiert und eine unschöne Geste gemacht, als er bei seiner finalen Aufholjagd auf dem Sotschi Autodrom von Bottas' Ex-Teamkollegen Felipe Massa im Williams beim Überrunden aufgehalten wurde.

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