In drei Jahren kein Aids mehr in Deutschland?

Die Deutsche Aids-Hilfe will mit einer neuen Informationskampagne erreichen, dass hierzulande ab 2020 niemand mehr an Aids erkrankt.

"Unsere Forschung veranschaulicht eine Erfolgsgeschichte dahingehend, wie verbesserte HIV-Behandlungen, gekoppelt mit Screenings, Prävention und der Behandlung von gesundheitlichen Problemen im Zusammenhang mit einer HIV-Infektion, die Lebensdauer von Menschen mit HIV verlängern können", sagte Studienleiter Trickey von der "School of Social and Community Medicine" an der University of Bristol. Die meisten von ihnen wissen nichts von ihrer HIV-Infektion, da sie Risiken verdrängen oder den Gang zum Arzt scheuen. Nach Ansicht der Aids-Hilfe stehen die Chancen für das "historische Ziel 2020" in Deutschland aber gut.

Knapp 13.000 Menschen leben in Deutschland unwissentlich mit HIV. "Die Medikamente verhindern dann auch die Weitergabe von HIV".

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) warnte, Ausgrenzung führe dazu, dass Menschen aus Angst oder Scham nicht zum HIV-Test gingen.

Bei der antiretroviralen Therapie, die seit Mitte der Neunziger eingesetzt wird, bekommen die Patienten eine Kombination aus drei oder mehr Medikamenten, die die Virus-Vermehrung stoppen. Besondere Anstrengungen seien außerdem beispielsweise in Haftanstalten und für Menschen mit Migrationshintergrund notwendig.

Auch die Bundesregierung verfolgt in ihrer Strategie BIS2030 unter anderem das Ziel, HIV-Spätdiagnosen zu vermeiden, um eine frühzeitige HIV-Behandlung zu ermöglichen.

Die DAH folgt mit ihrer Kampagne den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, nach denen die Aids-Epidemie bis 2030 beendet werden soll.

Ziel der Kampagne sei es, bis 2020 die Zahl der Aids-Diagnosen in Deutschland auf null zu setzen. Übertragen werden kann es zum Beispiel auch über gemeinsam genutztes Spritzbesteck von Drogenabhängigen. Sie hätten aber auch Angst vor Diskriminierung und Schuldzuweisungen. Unwissenheit darüber, dass Menschen mit HIV heute ein weitgehend normales Leben führen können. Möglichst viele Männer und Frauen sollen dadurch zu einem HIV-Test animiert werden.

Andere kommen gar nicht auf den Gedanken, dass sie sich mit HIV infiziert haben könnten, weil sie dies mit bestimmten Lebensweisen oder Gruppen wie schwulen Männern verbinden. "Im entscheidenden Moment sind Ärzte daher häufig nicht in der Lage, das Thema anzusprechen, Sexualität zu thematisieren und einen HIV-Test anzubieten". Zudem kann die Infektion unabsichtlich weitergegeben werden.

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