"Kein Aids für alle": Neue Kampagne für frühe HIV-Tests

Nach Ansicht der Aids-Hilfe stehen die Chancen für das "historische Ziel 2020" in Deutschland aber gut. "Dass Menschen eine potenziell tödliche Krankheit bekommen, die sich längst vermeiden lässt, dürfen wir nicht hinnehmen", erklärte DAH-Vorstandsmitglied Manuel Izdebski. – Unter diesem Motto hat die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) am Freitag eine dreijährige Kampagne gestartet.

"Unsere Forschung veranschaulicht eine Erfolgsgeschichte dahingehend, wie verbesserte HIV-Behandlungen, gekoppelt mit Screenings, Prävention und der Behandlung von gesundheitlichen Problemen im Zusammenhang mit einer HIV-Infektion, die Lebensdauer von Menschen mit HIV verlängern können", sagte Studienleiter Trickey von der "School of Social and Community Medicine" an der University of Bristol. Ohne HIV-Test und Diagnose brächten sich die Infizierten aber um wirkungsvolle Therapien, die den Ausbruch von Aids verhindern könnten.

Moderne Medikamente und eine bessere medizinische Versorgung steigern die Lebenserwartung von mit HIV infizierten Menschen in den USA und in Europa. Das Ziel: Ab dem Jahr 2020 soll in Deutschland niemand mehr an Aids erkranken. Mit vereinten Kräften möchten wir in Deutschland die Bedingungen schaffen, dass alle Menschen mit HIV frühzeitig von ihrer Infektion erfahren und eine Therapie erhalten.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) warnte, Ausgrenzung führe dazu, dass Menschen aus Angst oder Scham nicht zum HIV-Test gingen.

Rund 60.700 HIV-Infizierte werden mit antiretroviralen Medikamenten behandelt. Besondere Anstrengungen seien außerdem beispielsweise in Haftanstalten und für Menschen mit Migrationshintergrund notwendig. Das Ziel: Ab 2020 soll es keine Aids-Diagnosen mehr geben. Übertragen werden kann es zum Beispiel auch über gemeinsam genutztes Spritzbesteck von Drogenabhängigen. Sie wissen nicht, dass man mit HIV heute ein weitgehend normales Leben führen kann.

Es sind vor allem drei Gründe, die Menschen vom HIV-Test abhalten: Zum einen haben viele Angst vor einem positiven Ergebnis, die Folgen schätzen sie dramatischer ein, als sie sind.

Andere ziehen nicht in Betracht, dass sie HIV haben könnten, weil sie HIV mit bestimmten Lebensweisen oder Gruppen wie schwulen Männern verbinden. "Im entscheidenden Moment sind Ärzte daher häufig nicht in der Lage, das Thema anzusprechen, Sexualität zu thematisieren und einen HIV-Test anzubieten".

"Nur wer von seiner Infektion weiß, kann von den heute verfügbaren Therapien profitieren".

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