"Kein Aids für alle": Neue Kampagne soll Angst nehmen

Ohne HIV-Test und Diagnose brächten sich die Infizierten aber um wirkungsvolle Therapien, die den Ausbruch von Aids verhindern könnten. Von den insgesamt 84.700 HIV-Infizierten wissen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts schätzungsweise 12.600 nichts von ihrer Infektion. So kann ein 20-Jähriger, der nach 2008 mit einer HIV-Behandlung begonnen hat, statistisch gesehen 78 Jahre alt werden.

Trotzdem leben nach Angaben der DAH rund 13.000 Menschen mit dem HI-Virus, ohne davon zu wissen. Ziel müsse es daher sein, dass alle Menschen mit HIV frühzeitig von ihrer Infektion erfahren und eine Therapie erhalten.

Dank moderner Medikamente haben HIV-Patienten einer Studie zufolge inzwischen eine fast ebenso hohe Lebenserwartung wie gesunde Menschen.

In drei Jahren soll in Deutschland nach dem Willen der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) niemand mehr an der Immunschwäche erkranken.

Der Minister warnt, Ausgrenzung führe dazu, dass Menschen aus Angst oder Scham nicht zum HIV-Test gingen.

Rund 60.700 HIV-Infizierte werden mit antiretroviralen Medikamenten behandelt.

Mit Spätdiagnosen sind allerdings eine höhere Sterblichkeit und auch höhere Behandlungskosten verbunden. Besondere Anstrengungen seien außerdem beispielsweise in Haftanstalten und für Menschen mit Migrationshintergrund notwendig.

Das wäre zehn Jahre früher als von den Vereinten Nationen angepeilt. Die Chancen für das "historische Ziel 2020" stehen dabei günstig, ist die DAH überzeugt: Die Zahl der neu entdeckten Infektionen sei bereits jetzt verhältnismäßig niedrig, und in einem leistungsfähigen Gesundheitssystem stünden wirksame Medikamente zur Verfügung. Übertragen werden kann es zum Beispiel auch über gemeinsam genutztes Spritzbesteck von Drogenabhängigen. Die Gründe sind vielfältig: Manche haben Angst vor dem möglichen Ergebnis und fürchten Diskriminierung. Auch könne die gestiegene Lebenserwartung dazu beitragen, dass HIV-Kranke weniger stigmatisiert würden und bessere Jobchancen hätten, hieß es in der Studie. Möglichst viele Männer und Frauen sollen dadurch zu einem HIV-Test animiert werden. Die Mehrzahl von ihnen sind homosexuelle Männer. An der Immunschwächekrankheit leidende Menschen, die ihre Behandlung zu diesem Zeitpunkt oder später begonnen haben, leben der Studie zufolge länger und gesünder. "Im entscheidenden Moment sind Ärzte daher häufig nicht in der Lage, das Thema anzusprechen, Sexualität zu thematisieren und einen HIV-Test anzubieten". Dafür werden unter anderem Plakate in ganz Deutschland aufgehängt. Zudem kann die Infektion unabsichtlich weitergegeben werden.

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