Landtagswahl in NRW: Höhere Wahlbeteiligung zeichnet sich ab

In jedem Fall wäre in Nordrhein-Westfalen rechnerisch eine große Koalition, ein Ampel-Bündnis oder eine sogenannte Jamaika-Koalition möglich.

Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen - Hannelore Kraft tritt von SPD-Ämtern zurück Die SPD-Ministerpräsidentin übernimmt die Verantwortung für die Wahlniederlage der SPD in NRW.

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley hat eine Koalition mit Grünen und Linken im Bund nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Nach Auszählung aller Stimmen in seinem Wahlkreis Aachen II steht fest: Laschet hat sich knapp gegen die SPD-Kandidatin durchgesetzt.

Nach den ersten Prognosen deutete vieles darauf hin, dass es im Stammland der Sozialdemokratie nun zum ersten Mal eine große Koalition geben dürfte - unter Führung der CDU von Herausforderer Armin Laschet.

Die NRW-FDP peilt nach Worten ihres Spitzenkandidaten Christian Lindner Koalitionsgespräche mit der CDU an. Die Wahlbeteiligung lag bei laut ZDF bei 66 Prozent - nach 59,6 Prozent im Jahr 2012. Insgesamt sind 13,1 Millionen Bürger des Landes zur Wahl aufgerufen, darunter auch etwa 840.000 Erstwähler.

Der Einzug der AfD gilt als ebenso wahrscheinlich wie der Abschied der Piraten-Partei aus dem letzten Landesparlament. Das waren fünf Prozentpunkte mehr als 2012. Die SPD habe sich auf Krafts Wunsch im NRW-Wahlkampf mit bundespolitischen Themen zurückgehalten. Mit 7,4 bis 7,8 Prozent zieht erstmals die AfD in den Düsseldorfer Landtag ein.

SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz sprach angesichts des Wahlergebnisses von einer "krachenden Niederlage". Für Kanzlerin Angela Merkel bedeuten die Aufholjagd und der Sieg der CDU in NRW hingegen starken Rückenwind für die Bundestagswahl im September. Ob es sogar für eine eigene schwarz-gelbe Mehrheit von CDU und FDP reichen könnte, war am frühen Sonntagabend noch offen. Er gab seine Stimme per Briefwahl ab - und machte es damit so wie Oskar Lafontaine. An die Adresse von Laschet sagte sie: "Ich wünsche ihm eine gute Hand für unser Land".

"Wir müssen überlegen, was war mein Anteil daran", sagte Schulz, auch wenn vor allem über Landespolitik abgestimmt worden sei. Auch nicht hinsichtlich der Person der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Wie zuvor in Schleswig-Holstein hatte die SPD auch in NRW in Umfragen lange Zeit deutlich vorn gelegen und dann doch eine Wahlniederlage kassiert. "Deshalb ist das noch längst keine Vorentscheidung für die Bundestagswahl". Kraft hatte einer rot-rot-grünen Koalition noch kurz vor der Wahl eine klare Absage erteilt. Die SPD schnitt damit so schlecht ab wie niemals zuvor in Nordrhein-Westfalen - das bislang schlechteste Ergebnis waren 32,0 Prozent im Jahr 1947. Von 2005 bis 2010 gab es eine schwarz-gelbe Regierung unter CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Die Grünen waren auf 11,3 Prozent gekommen, die FDP auf 8,6 Prozent.

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