Macron macht Mitte-Rechts-Politiker Philippe zum Premierminister

Macron macht Mitte-Rechts-Politiker Philippe zum Premierminister

Philippe, Sohn eines Lehrerpaares, das zum Teil in Deutschland tätig war, ist zwar Mitglied der konservativen Republikaner; aber er absolvierte wie Emmanuel Macron die École Nationale d'Administration (ENA), die Kaderschmiede der französischen Politelite.

Philippe war bislang Bürgermeister von Le Havre und Abgeordneter in der Nationalversammlung. Macron muss bei der Wahl zur Nationalversammlung am 11. und 18. Juni eine Mehrheit erringen, um seine Reformagenda umsetzen zu können.

Philippe ist seit 2010 Bürgermeister von Le Havre und geniesst dort grosses Ansehen. Er steht dem früheren Premierminister Alain Juppé nahe, der sich im vergangenen Jahr erfolglos um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner beworben hatte. Besser könnte man die undankbare Rolle des französischen Premierministers kaum darstellen. Mit der Ernennung des LR-Mannes gelingt Macron jedoch ein weiteres Manöver, das er während der Kampagne offenbart hatte - die "Destabilisierung der Konservativen": Der Präsident will Rechte und Linke durch eine Formation der Mitte ersetzen, die sich ohne Scheu aus dem personellen Fundus der etablierten Parteien bedient. Der neue Präsident will möglichst viele Politiker anderer Parteien für eine Zusammenarbeit mit seiner Bewegung "La République en Marche" gewinnen. Das dürfte sich auch in der Zusammensetzung des Kabinetts widerspiegeln.

Philippe hatte schon seit geraumer Zeit als Macrons Favorit für das Amt des Premierministers gegolten. "Das ist die heilige Allianz der alten Rechten und Linken, vereint in ihrem Wunsch, um jeden Preis ian ihrem Platz zu bleiben", sagte sie.

Dieser deutete an, dass er nach der Parlamentswahl im Juni Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit dem sozialliberalen Staatschef Macron sieht.

Mit Philippe wird nicht nur die Abkehr vom traditionellen Rechts-Links-Schema überwunden, die Öffnung zum konservativen Lager soll Macron auch eine solide parlamentarische Mehrheit bescheren.

Macron wird am späten Nachmittag zu seinem Antrittsbesuch in Berlin erwartet.

Der Parteichef der bürgerlichen Republikaner-Partei, Bernard Accoyer, bezeichnete den Eintritt von Edouard Philippe in die Regierung am Montag als "individuelle Entscheidung".

Am Sonntag hatte Macron als jüngster Politiker aller Zeiten das französische Präsidentenamt übernommen. Seine ersten Schritte in der Politik machte er noch als Student bei den Sozialisten, bevor er sich dem konservativ-bürgerlichen Lager zuwandte. Macron wirbt für eine Vertiefung der europäischen Integration und eine Stärkung der Eurozone.

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