Militärischer Fan-Aufmarsch : Politik und Verein stellen sich gegen Dynamo-Fans

Dresdens Akaki Gogia jubelt mit Mannschaftskollegen über sein Elfmetertor zum 1:2

Fans von Dynamo Dresden sind beim Auswärtsspiel in der 2. Bundesliga in Militär-Kluft durch Karlsruhe marschiert.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat die gewaltsamen Zwischenfälle verurteilt: "Wir mussten bei einem Fussballspiel wieder Dinge sehen, die wir wirklich nicht sehen wollen", sagte er mit Blick auf die Ausschreitungen am Rande des Spiels in Karlsruhe. "Begriffe wie "Krieg" haben mit sportlichem Wettbewerb nichts zu tun", sagte de Maizière der "Heilbronner Stimme" und ergänzte: "Wer Ordner und Polizisten attackiert, ist in Wahrheit kein Fußballfan und gehört nicht ins Stadion, sondern hinter Schloss und Riegel".

Am Sonntag war es vor und während der Begegnung in Karlsruhe zu schweren Krawallen gekommen. Zudem soll ein Großteil der rund 2000 Schlachtenbummler in Camouflage-Shirts mit der Aufschrift "Football Army Dynamo Dresden" sowie der dazugehörigen Gesichtstarnung und Mütze den Eingangsbereich überrannt und die Imbissstände im Gästebereich geplündert haben.

Während der Zweitliga-Partie liessen Dynamos Anhänger auch unter dem Applaus der Karlsruher Haupttribüne plakativ einen Panzer rollen, erklärten dem DFB symbolisch den Krieg. "Die Täter schaden ihrem Verein und sie schaden dem gesamten Fußball", sagte de Maizière.

Nach dem martialischen Auftritt der Dynamo-Rüpel rund um das mit 4:3 gewonnene Match beim Karlsruher SC nahm der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes die Ermittlungen auf. Die verletzten Polizeibeamten, Ordner, Mitarbeiter und Fans bitten wir im Namen des Vereins um Entschuldigung. "Das ist eine Sache, die wir ganz in Ruhe analysieren und keine vorschnellen Schlüsse ziehen. Das zeigt, wie notwendig es ist, dass wir uns intensiv mit dem Thema beschäftigen". Zuvor hatte der Klub bereits getwittert: "Gewalt, Kriegsrhetorik und Panzer auf Zaunfahnen?"

Das Treffen wird voraussichtlich Anfang Juli sein. "Aber ganz gewiss nicht so", twitterte Dynamo. Inhaber von KSC-Stehplatzdauertakten durften das Stadion wegen Randalen beim zurückliegenden Derby beim VfB Stuttgart nicht betreten. "Dieser militärische Anstrich ist eine neue Komponente, die wir in unsere Überlegungen einzubeziehen haben", sagte Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts am Montag der Tageszeitung Die Welt. "Dann werden wir mit Sicherheit unsere Konsequenzen daraus ziehen", sagte Born. Das Fussballspiel stand zeitweise kurz vor dem Abbruch.

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