Neuer französischer Präsident Auf Augenhöhe: Macron zum Antrittsbesuch bei Merkel

Angela Merkel

"Wir können dem Ganzen eine neue Dynamik geben", sagte Merkel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Macron. Die beiden besprachen sich eine gute Stunde lang hinter geschlossenen Türen, wobei der scheidende dem neuen Staatschef auch den Geheimcode für die französischen Atomwaffen aushändigte. Dieser wird im Juli nach Abschluss der Parlamentswahlen in Frankreich tagen. Nicht auszudenken, wenn der Europafreund Macron scheitert. Es lebe Frankreich, Deutschland, Europa. Er versprach Merkel: "Ich werde ein offener, direkter und konstruktiver Partner sein". Ebenso wie Merkel forderte er den Abbau bürokratischer Hemmnisse in der EU.

Mit seiner Vision für Frankreich und einer kristallklaren EU-freundlichen Agenda könnte Macron derjenige werden, der Europas Wirtschaft neu belebt und die französisch-deutschen Beziehungen wieder ins Gleichgewicht bringt.

Bei dem Treffen in Berlin wolle Macron über einige "Prioritäten" der künftigen Zusammenarbeit sprechen, verlautete aus seinem Umfeld. Diese wirtschaftlichen und sozialen Reformen seien auch wichtig, damit Europa vorankomme, betonte der französische Präsident. Frankreich sei es in den vergangenen 30 Jahren nicht gelungen, das Problem der Massenarbeitslosigkeit zu lösen. Doch anders als seine Vorgänger, besonders als der frühere Präsident Nicolas Sarkozy, will Macron nicht lediglich den Anschein einer Parität zwischen Frankreich und Deutschland erwecken.

CDU-Chefin Merkel jedenfalls ist erleichtert, dass der sozialliberale Macron die Wahl gewonnen und damit auch einen großen Rechtsruck in Europa verhindert hat.

Wie bedeutend die Beziehung zum deutschen Nachbarn für Macron ist, zeigt auch eine seiner ersten Personalentscheidungen: Der bisherige französische Botschafter in Deutschland, der 61-jährige Philippe Etienne, wird diplomatischer Berater an der Seite des neuen Staatspräsidenten. Zeitgleich warb Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) bereits für einen deutsch-französischen Investitionsfonds. Trotz anfänglichen Misstrauens machten sie schnell Fortschritte.

Macron kündigte eine enge Abstimmung mit Berlin an. "Das ist jetzt wichtig, für Deutschland, für Frankreich". Er setzt dabei auf Zusammenarbeit mit Berlin.

Macron kann sich einen eigenen Finanzminister der Euro-Zone, ein eigenes Euro-Parlament und ein gemeinsames Budget für Investitionen in der Eurozone vorstellen. Deutschland betrachtet diese Pläne zurückhaltend, weil sie die Zustimmung aller EU-Staaten erfordern würden und deren Umsetzung vermutlich zeitaufwendig wäre. Sehr viele Projekte könnten ohne Veränderung der europäischen Verträge angepackt werden, sagte Gabriels Sprecher.

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