Snapchat: Aktie im Sturzflug

Die ersten Quartalszahlen nach dem Börsengang haben dem Betreiber der populären Foto-App Snapchat kein Glück gebracht. Unter den Anlegern lösten sie Enttäuschung aus: Die Aktie stürzte am Mittwoch nachbörslich um rund ein Fünftel ab. Investoren hatten die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse mit Spannung erwartet.

Viel schwerer wog, dass Snap auch bei Wachstum von Nutzerzahl und Umsatz die Analystenprognosen verfehlte. In dem Quartalsbericht fiel zuallererst der gewaltige Verlust von 2,2 Milliarden US-Dollar (2,01 Milliarden Euro) auf. Snapchat tut sich weiter schwer, neue Nutzer zu gewinnen, während Facebook erfolgreich Funktionen kopiert. Als cool gilt auch der selbstbewusste Gründer Evan Spiegel, der seine hinter Snapchat stehenden Firma Snap Anfang März mit großem Gedöns an die Börse brachte - die zu 17 Dollar ausgegebenen Aktien stiegen binnen eines Tages auf knapp 30 Dollar. Inzwischen wurde Snapchat von seinem grössten Konkurrenten überholt: Instagram Stories hat bereits über 200 Millionen tägliche Nutzer. Der Nettoverlust im abgelaufenen Quartal war mit 2,2 Milliarden Dollar nach 104 Millionen im Vorjahr erheblich höher als befürchtet.

Snap kam im ersten Quartal auf 166 Millionen täglich aktive Nutzer. Damit ging die seit Herbst andauernde Flaute beim Zustrom neuer Nutzer weiter. Mark Zuckerberg ließ jüngst die Story-Funktion - die Kernfunktion von Snapchat, bei der sich Fotos und Videos kreativ bearbeiten und anschließend in einer sich von selbst löschenden Slideshow zusammenstellen lassen - in seine Apps Facebook, Instagram und Whatsapp integrieren. Facebooks Foto-Plattform Instagram gewann zwischen Dezember 2017 und April dieses Jahres 100 Millionen Nutzer hinzu und kommt jetzt auf 700 Millionen. Man vertraue in die eigene Kreativität, sagte Spiegel und griff zu einem in Tech-Kreisen ziemlich beleidigenden Vergleich: "Nur weil Yahoo auch eine Suchmaske hat, macht sie das nicht zu Google".

Enttäuscht reagierten die Analysten aber vor allem auf den Umsatz von 149,6 Millionen Dollar.

Doch: Aktien-Analysten hatten mit deutlich mehr gerechnet. Snap macht vor allem mit Werbung Geld. Damit teilt der Konzern aber das Schicksal des großen Rivalen Facebook und von Twitter: auch deren Papiere waren bei Vorlage der ersten Zahlen nach dem Börsengang eingebrochen. Kritiker warnten, die Quartalsbilanz spiegele die Bewertung der Firma von rund 24 Milliarden Dollar beim Börsengang nicht wider. Am Donnerstag gab es vorbörslich noch ein Minus von 22,32 Prozent auf 17,85 Dollar.

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