Solarworld stellt Insolvenzantrag: Ungewissheit für tausende Mitarbeiter

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Bis zu 3500 Jobs gab es.

Der Preiskampf mit Konkurrenten aus Asien hat Deutschlands letzten großen Solarhersteller Solarworld in die Pleite getrieben.

Der südkoreanische Konzern Hanwha übernimmt das Unternehmen im Jahr 2012, die Produktion verlagert. Solarworld hat insgesamt 3.300 Beschäftigte.

Die Pressemeldung des Bonner Modulherstellers SolarWorld gestern Abend fiel kurz aus. In den leeren Firmengebäuden haben sich inzwischen IT-Firmen und Logistiker angesiedelt. Ohne eine eigene Solarfertigung wäre Deutschland dauerhaft auf Importe angewiesen. Ein entsprechender Antrag für die Konzernmutter Solarworld AG sei nun eingereicht worden, sagte eine Sprecherin des Amtsgerichts Bonn der Deutschen Presse-Agentur.

In der Ad-hoc Mitteilung steht: "Der Vorstand der SolarWorld AG ist nach umfassender Prüfung heute zu der Überzeugung gelangt, dass im Zuge des aktuellen Geschäftsverlaufs und der weiter voranschreitenden Preisverwerfungen keine positive Fortbestehensprognose mehr besteht, die Gesellschaft damit überschuldet ist und somit eine Insolvenzantragspflicht besteht". Hoffnung auf Besserung der Geschäftslage sei laut Firmengründer Frank Asbeck verflogen. Solarworld beschäftigt in Deutschland rund 2600 Menschen, davon in Arnstadt (Thüringen) gut 800 und in Freiberg (Sachsen) gut 1200. Die Mitarbeiter zeigten sich überrascht und schockiert von der Nachricht. Die Betriebsratschefin Anke Martin-Heede am größten Standort Freiberg sagte, sie habe von der Entscheidung am Mittwochabend im Auto erfahren. Das Unternehmen macht für sein Scheitern vor allem Dumping-Angebote aus China verantwortlich, die den Marktpreis weltweit in den Keller gedrückt hätten. Im Schlussquartal 2016 hatte der Verlust noch bei 51 Millionen Euro gelegen. Das Berufungsverfahren läuft noch. Sechs Jahre in Folge - seit 2011 - hatte Solarworld real rote Zahlen erwirtschaftet. Von der Bundesregierung und der EU-Kommission erwarte er wirksame Maßnahmen gegen den Dumpingwettbewerb asiatischer Modulhersteller.

Im vergangene Jahr hatte das Unternehmen unter dem Strich knapp 92 Millionen Euro Verlust ausgewiesen. Der Solarkonzern hatte daraufhin Anfang 2017 ein Sparprogramm mit dem Abbau von 400 Stellen und der Konzentration auf besonders hochwertige Solarzellen angekündigt.

In der kommenden Woche will sich ein Aussschuss des Thüringer Landtags mit der Situation und möglichen Perspektiven befassen. Die Aussichten hätten sich aber weiter eingetrübt. Am Freitag stellten unter anderem auch die Solarworld-Töchter in Sachsen und Thüringen Insolvenzanträge. Der Geschäftsführer des Modul-Herstellers Calyxo aus Thalheim, Michael Bauer, sagte: "Ich hoffe, dass eine weiterführende Lösung für Solarworld gefunden wird". 2016 gab es tiefrote Zahlen.

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