Trump warnt gefeuerten FBI-Chef Comey

Der geschasste FBI-Chef James Comey bei einer Senatsanhörung

Washington (dts) - US-Präsident Donald Trump hat den von ihm entlassenen FBI-Chef James Comey davor gewarnt, Informationen an die Presse weiterzugeben.

Auch Vizepräsident Mike Pence stellte den Ablauf noch am Mittwoch so dar, als habe Trump seinen Beschluss erst gefällt, nachdem ihm die Entlassung Comeys von der Ministeriumsspitze angeraten worden sei.

Ob es tatsächlich Mitschnitte der Gespräche zwischen Trump und Comey gibt, blieb aber unklar. US-Medien interpretierten den Tweet so, dass Trump offensichtlich Angst vor etwaigen Informationen Comeys habe. Das Weiße Haus machte zu den Gründen wechselnde und zum Teil widersprüchliche Angaben. Mehrere große US-Medien attestierten der Regierung einen Kollaps des Vertrauens. Unter anderem damit hatte er die Entlassung des ehemaligen FBI-Chefs begründet. Trump, berichten amerikanische Medien, sah darin eine Bedrohung, zumal ihm ohnehin missfiel, wie viel Zeit und Energie der Mann auf die Causa Russland verwendete. Die Linie des Weißen Hauses sei "konsistent", und man wolle jetzt nach vorne schauen. Kurz darauf bestellte er Jeff Sessions und Rod Rosenstein, den Justizminister und dessen Stellvertreter, ins Weiße Haus. Er betonte: "Es gibt keine geheime Absprache zwischen mir, meiner Kampagne und den Russen". Darin geht es um die mutmaßlichen russischen Hackerangriffe auf Clintons Wahlkampf-Team und mögliche illegale Verbindungen von Trump-Mitarbeitern nach Moskau.

Nun beschimpfte er ihn als "Angeber" und "Wichtigtuer" und warf ihm vor, das FBI im vergangenen Jahr in "Aufruhr" versetzt zu haben. Trump widersprach zudem der bisherigen offiziellen Version, wonach er mit dem Rauswurf Comeys auf eine Empfehlung des Justizministeriums reagierte. Genannt wurden John Cornyn, der zweitranghöchste Republikaner im Senat, der FBI-Interimsdirektor Andrew McCabe, die Rechtsanwältin Alice Fisher, frühere Leiterin der Abteilung Kriminalität im Justizministerium, sowie Michael Garcia, Richter am Berufungsgericht des Staates New York. Der Senator Lindsey Graham sagte, Trump habe das Recht, den FBI-Direktor "für welchen Grund auch immer zu entlassen". Die Behörde ermittelt wegen möglicher Kontakte zwischen Mitgliedern von Trumps Wahlkampfteam und Vertretern Russlands - eine Affäre, die Trumps Präsidentschaft schwer belastet. Der Präsident wollte damit offenbar andeuten, dass er für Comey unangenehme Informationen in der Hinterhand hat. Einen zwingenden Grund für den Zeitpunkt des Rauswurfs ergibt das aber nicht. Die Arbeit der Behörde gehe weiter.

Comey war während des Wahlkampfs mit Informationen zur Untersuchung des regelwidrigen Umgangs der Ex-Außenministerin mit ihren dienstlichen Mails an die Öffentlichkeit gegangen.

In einem Interview mit NBC hatte Trump erklärt, er habe sich von Comey drei Mal bestätigen lassen, dass nicht gegen ihn ermittelt werde.

Comey habe den Präsidenten aber lediglich seiner Aufrichtigkeit versichern wollenund gesagt, er könne nicht so etwas wie eine politisch sichere Bank sein. Dass ein US-Präsident sich in laufende Ermittlungen einmischt, ist mindestens ebenso ungewöhnlich wie die angeblich offene Antwort Comeys, der sich in einem laufenden Verfahren ebenfalls nicht äußern dürfte.

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