Europol: Mindestens 150 Länder von Cyber-Attacke betroffen

Mindestens 16 britische Krankenhäuser wurden durch eine Cyber Attacke lahmgelegt

"Die letzten Zählungen ergeben mindestens 200.000 Opfer, darunter viele Firmen, auch große Firmen", sagte Wainwright.

Bis zum Sonntag war die Verbreitung deutlich verlangsamt, da Sicherheitsupdates die genutzte Lücke im Windows-Betriebssystem schlossen und eine Internet-Domain identifiziert wurde, von der aus der Angriff teilweise gesteuert wurde. In Großbritannien waren viele Kliniken von der Attacke betroffen. "Es gibt keinen Grund für sie, aufzuhören".

Bei der Attacke am Freitag waren nach Erkenntnissen der IT-Sicherheitsfirma Avast rund 75 000 Computer in 99 Ländern lahmgelegt worden, mit einem Schwerpunkt auf Russland, die Ukraine und Taiwan. Ein anonymer britischer Experte hatte im Code der Schadsoftware eine von den Autoren eingebaute "Notbremse" gefunden, die er auch auslöste und damit die Ausbreitung des Erpressungstrojaners vorerst stoppte. Auch das Bundeskriminalamt (BKA) leitete Ermittlungen ein.

Neu an dem Angriff von Freitag war, dass der Erpressungstrojaner von alleine neue Computer ansteckte, ohne dass ein Nutzer etwa auf einen präparierten Link klickte. Dadurch wurde die Ausbreitung des Lösegeld-Trojaners - auch zu seiner eigenen Überraschung - schlagartig abgebrochen. Es seien komplexe internationale Ermittlungen nötig, um die Hintermänner zu finden, erklärte Europol am Samstag.

Die Täter hatten Experten zufolge eine Sicherheitslücke ausgenutzt, die ursprünglich vom US-Abhördienst NSA entdeckt worden war, aber vor einigen Monaten von Hackern öffentlich gemacht wurde. Bei der Deutschen Bahn fielen Anzeigetafeln und Fahrscheinautomaten aus. Microsoft hatte zwar im März die entsprechende Sicherheitslücke geschlossen - geschützt waren aber nur Computer, auf denen das Update installiert wurde. Auch die Technik zur Videoüberwachung war einem Sprecher des Bundesinnenministeriums zufolge betroffen. Infiziert wurden Systeme von Organisationen und Institutionen wie dem britischen Gesundheitsdienst NHS, der Deutschen Bahn sowie Produktionsstätten und Regierungsbehörden in aller Welt. Nach Angaben des Konzerns war der bundesweite Zugverkehr allerdings nicht beeinträchtigt. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, denn in westlichen IT-Sicherheitskreisen wurden hinter der Veröffentlichung der NSA-Daten Hacker mit Verbindungen zu russischen Geheimdiensten vermutet. Die Netze anderer russischer Behörden hätten dem Angriff aber standgehalten, hiess es.

Die Waffe der Angreifer war Experten zufolge die Schadsoftware "Wanna Decryptor", auch bekannt als "Wanna Cry". In Schweden waren 70 Computer der Gemeinde Timrå betroffen, in Portugal der Telekom-Konzern Portugal Telecom.

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