Führungswechsel bei Giro Doppelerfolg für Dumoulin: Tagessieg und Rosa Trikot

Nairo Quintana feierten seinen Sieg auf der 9. Etappe des Giro d’Italia

Am Mittwoch geht der 100. Giro d'Italia in die 11. Etappe: Über 161 km führt der mittelschwere Streckenabschnitt von Florenz nach Bagno di Romagna. Noch mehr Kritik muss sich aber das Team anhören, das den Crash vieler Favoriten für eigene Ambitionen nutzt. Die Kapitäne Geraint Thomas (Großbritannien) und Mikel Landa (Spanien) fielen dadurch aussichtslos zurück. Großes Pech hatte Mitfavorit Thomas, der gegen ein auf der Rennstrecke geparktes Polizei-Motorrad prallte und seine Chancen auf den Gesamtsieg begraben kann. Die Diskussion um die Sicherheit dürfte damit erneut angefacht werden. Einer der wichtigsten Helfer Dumoulins in den Bergen, der Niederländer Wilco Kelderman, war am Sonntag nach einem Fingerbruch ausgeschieden. Nicht auszudenken, welche Folgen ein ungebremster Aufprall gehabt hätte - so brach sich Kelderman "nur" einen Finger, der Giro war für ihn beendet.

Der Vorfall ist Wasser auf die Mühlen derer, die Motorräder im Peloton als mitunter unkalkulierbares Risiko ansehen. 2016 war der Belgier Antoine Demoitié bei Gent-Wevelgem nach einem Zusammenprall mit einem Begleitmotorrad gestorben, wenig später lag Landsmann Stig Broeckx nach einem von Motorrädern verursachten Unfall bei der Belgienrundfahrt im Koma. Immerhin hat er vor zwei Jahren die Vuelta im 6. "Ich bin erstmal nur sauer, wir werden morgen sehen, ob und wie es weitergeht", sagte Thomas, der sich die Schulter auskugelte.

Derweil hagelte es Kritik auf die Movistar-Mannschaft. Ihr kolumbianischer Topfavorit Nairo Quintana hatte die Etappe gewonnen und die Gesamtführung übernommen, nachdem das gesamte Team trotz des Massensturzes Tempo gemacht hatte. "Das war eine ganz schlechte Entscheidung von Movistar, völlig überflüssig", polterte Oricas Sportdirektor Matt White: "Sie hätten einen kleinen Moment warten müssen - so war das ziemlich unsportlich".

Der Schlussanstieg in den Abruzzen, der auf die schwerstmögliche Art von Roccamorice aus bewältigt werden musste, war schon auf dem Papier einer für die reinen Kletterer wie Quintana. Der im Gesamtklassement zuvor zweitklassierte Brite kam - zusammen mit weiteren Fahrern seines Teams Sky - 14,5 km vor dem Ziel wegen eines halb auf der Strasse stehenden Begleitmotorrads unverschuldet zu Fall.

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